Bisher werden Windparks auf dem Wasser in Deutschland mit einer festen Einspeisevergütung gefördert. So erhalten die Betreiber in den ersten acht Jahren jeweils 18,4 Cent pro Kilowattstunde. Legt man dies auf die im Rahmen des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) normalerweise gültige Förderdauer von zwanzig Jahren um, kommt man auf einen Wert zwischen zehn und elf Cent pro Stunde. In den letzten Jahren wurden auf dem Gebiet der Windkraft allerdings zahlreiche technologische Fortschritte erzielt. Erst vor kurzem stellte ein einziges Windrad einen Weltrekord auf und produzierte 216.000 Kilowattstunden Strom an einem Tag. Die Produktion des Windstroms wird auf diese Weise immer billiger. Davon möchte nun auch der deutsche Staat profitieren und hat daher erstmals einen Offshore-Windpark ausgeschrieben.


Windenergie Windräder
Foto: Wind power, Håkan Dahlström, Flickr, CC BY-SA 2.0

In Dänemark konnte ein Preis von unter fünf Cent erreicht werden

Das Verfahren funktioniert dabei wie eine Art umgekehrte Auktion. Der Staat gibt vor, wie viel Megawatt an Windkraftkapazitäten er benötigt und die verschiedenen Unternehmen auf dem Markt können sich dann um die Lieferung bewerben. Vorgegeben ist ein Preis von maximal zwölf Cent pro Kilowattstunde. Den Zuschlag erhält am Ende das Unternehmen mit dem günstigsten Angebot. Auf diese Weise gelang es Dänemark beispielsweise vor kurzem bei dem Offshore-Projekt Kriegers Flak eine Summe von lediglich 4,99 Cent pro Kilowattstunde zu realisieren. Allerdings sind die Bedingungen in den dänischen Gewässern nicht vollständig auf die deutschen Meeresgebiete zu übertragen. Grundsätzlich sollten aber auch hierzulande die Kosten so gesunken sein, dass niedrigere Angebote möglich werden.

Bisher besitzt Deutschland 950 Offshore-Anlagen

Zudem kündigte die Bundesnetzagentur bereits an, im April 2018 weitere 1.550 Megawatt ausschreiben zu wollen. Von den dann 3.100 MW sollen zudem mindestens 500 MW in Gebieten der Ostsee umgesetzt werden. Deutschland wird durch die beiden geplanten Ausschreibungen seine Kapazitäten in Sachen Offshore-Windkraft massiv ausbauen. Bisher gibt es landesweit 950 Offshore-Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 4.100 Megawatt. Davon sind etwa 800 Megawatt im vergangenen Jahr dazugekommen. Bereits deutlich weiter in Sachen Windkraft auf dem Meer sind Dänemark und vor allem Großbritannien. Die Briten haben auch den bisher größten Meereswindpark überhaupt genehmigt: Das sogenannte Hornsea-Projekt soll nach seiner letzten Ausbaustufe stolze vier Gigawatt ins Netz einspeisen.


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