Hässlichkeit kennt keine Grenzen, will man bei manch einem Bauwerk aus dem Betonzeitalter glauben. Als 1977 der graue Gigant in Brüssel gebaut wurde, der sich »Botanic Center« nennt, waren zudem Themen wie grüne Städte und Nachhaltigkeit noch gar nicht aktuell. Vincent Callebau hat eine neue, moderne Vision für das Gebäude entwickelt!


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Das alte und neue Botanic Center / Bild: Vincent Callebaut

10.000 Pflanzen in 274 Beeten absorbieren 50 Tonnen CO2

Die Zahlen verheißen Gutes: 50 Tonnen Kohlendioxid soll das Botanic Center nach seiner Umwandlung pro Jahr absorbieren, im gleichen Atemzug erzeugt es dann jährlich 128.340 kW Strom. Die 274 identischen Betonmodule, aus denen das Gebäude besteht, erhalten jeweils ein großräumiges Pflanzenbeet, wenn es nach dem innovativen Architekten geht. 10.000 rankende und hängende Pflanzen sollen hier Platz finden, hinzu kommen die begrünten Dachanlagen. Die geplante 600 qm große Photovoltaikanlage erhält Unterstützung durch volle 40 Windkraftanlagen auf dem höchsten Platz des Gebäudes. Lamellenartige Ausstülpungen mit Südausrichtung sollen die Sonnenenergieproduktion ankurbeln. Wir meinen, das hört sich wirklich verheißungsvoll an – hoffentlich wird das Botanic Center damit zu einem echten Vorbild für grünere Städte!

Die Vision vom neuen Botanic Center im Video


https://www.youtube.com/watch?v=fit-SfdKldg

Solar- und Windkraft auf dem Dach – dazu: ein herrlicher Panoramablick

Botaniker werden die Pflanzen so auswählen, dass sich die drei Fassaden des Gebäudes zu allen Jahreszeiten von ihrer farbenfrohen Seite zeigen, dabei kommt es auch auf biologische Vielfalt an. Eine wahre Metamorphose soll das werden, so zumindest preist Callebaut sein anvisiertes neues Werk an. Eine gut durchdachte Tröpfchenbewässerung soll die Pflege der Blumenbeete vereinfachen, nur zweimal im Jahr werden Wartungsarbeiten fällig. Ganz nebenbei verbessert die Bepflanzung auch die Wärmedämmung des Bauwerks und sorgt damit für eine saftige Heizkostenersparnis. Der durch Solar-und Windkraft erwirtschaftete Strom bringt das Gebäude nah an die Autarkie; die auf dem Dach geplante »Chrysalis«, ein leichtgewichtiger ovaler Aufbau, könnte sogar völlig autark funktionieren. Die Chrysalis soll aus bogenförmigem Brettschichtholz und Stahlkabeln gebaut werden, die großflächigen Glasfenster bieten einen herrlichen Rundblick über die Stadt.

Quelle: inhabitat.com

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