144 Ladesäulen: In Bayern ensteht die größte Elektrotankstelle der Welt

Der Umstieg auf reine Elektromobilität verläuft hierzulande noch eher schleppend. Trotz einer staatlichen Kaufprämie in Höhe von 4.000 Euro entscheiden sich die allermeisten Kunden noch immer gegen den Kauf eines Elektroautos. Auf der anderen Seite sind sich aber alle Experten einig: Langfristig wird der Verbrennungsmotor durch eine klimafreundlichere Alternative ersetzt werden müssen. Davon geht auch der schwäbische Unternehmer Klaus Emler aus – und hat daher nun ein gigantisches Projekt angekündigt: An der A8 zwischen Ulm und Augsburg soll die größte Elektrotankstelle der Welt entstehen. An den 144 geplanten Ladesäulen könnten täglich mehr als 4.000 Autos komplett aufgeladen werden. Bereits im nächsten Jahr soll die erste Ausbaustufe in Angriff genommen werden.

So könnte die Anlage später einmal aussehen. Bild: eLoaded, Steinbacher Consult, Sortimo

Gastronomieflächen und Büros ergänzen die Ladesäulen

Die Kosten für das Projekt liegen bei rund fünfzehn Millionen Euro. Nur ein kleiner Teil davon wird durch einen Zuschuss des Bundesverkehrsministeriums abgedeckt. Der Großteil der Investitionen erfolgt hingegen aus privater Hand. Neben den Ladesäulen soll daher auch ein kompletter Businesspark entstehen. Dazu gehört dann zum einen eine Erlebnisgastronomie für die Nutzer der Tankstelle. Gleichzeitig sollen aber an diesem verkehrsgünstig gelegenen Punkt auch Büroflächen entstehen. In weiteren Ausbaustufen sollen zudem noch weitere Gewerbeflächen errichtet werden. Langfristig könnten sich die unterschiedlichen Projekte dann gegenseitig befruchten und so dazu beitragen, dass das Großprojekt wirtschaftlich auf mehreren Säulen steht – also nicht alleine vom Stromverkauf an den Ladesäulen abhängig ist.

Verkauft wird ausschließlich Ökostrom

Für die Projektentwickler ist es daher wünschenswert, wenn sich die Kunden möglichst lange an der Elektrotankstelle aufhalten. Natürlich gibt es aber auch Fahrer, die schnell weiter fahren möchten. Für diese sollen 24 Supraschnelllader mit einer Ladeleistung von 350 Kilowatt bereitstehen. Zum Vergleich: Der Supercharger von Tesla kommt auf 150 Kilowatt. Außerdem soll an der A8 ausschließlich Ökostrom verkauft werden. Dies ist von Bedeutung, weil nur so die Fahrt mit dem Elektroauto wirklich emissionsfrei ist. Langfristig wird zudem noch deutlich weiter gedacht: So ist geplant, dass Unternehmen und Privatleute zukünftig selbst erzeugten und überschüssigen Ökostrom an die Elektrotankstelle verkaufen können.

Via: FAZ