Der 16-jährige Inder Arsh Shah Dilbagi hat im Rahmen eines Projektes für die Google Science Fair ein Gerät erfunden, mit dessen Hilfe stumme oder gelähmte Menschen durch einfache Mittel kommunizieren können. Die Erfindung des jungen Inders greift lediglich auf zwei unterschiedliche Arten des Ausatmens zurück, um den Nutzer bei der Kommunikation zu unterstützen.


AAC Gerät
Das AAC-Gerät des jungen Inders ist deutlich günstiger als andere Lösungen.

Die Fähigkeit. mittels Sprache zu kommunizieren, wird von uns als selbstverständlich hingenommen. Umso schwerer wiegt es, wenn diese Fähigkeit entfällt. Stumme Menschen und solche, die ihre Fähigkeit zu sprechen aufgrund einer Lähmung eingebüßt haben, benötigen oft technische Unterstützung, um vernünftig mit ihrer Umgebung kommunizieren zu können. Stumme können zwar auf die Gebärdensprache zurückgreifen, aber derartige Kenntnisse sind in der allgemeinen Bevölkerung nicht weit verbreitet, sodass auch dies sich oft als nutzlos erweist.

Geräte, die derartige Patienten bei der Kommunikation unterstützen (sogenannte „augmented and alternative communication devices oder AAC), sind oft teuer, sperrig und müssen aufwendig individualisiert werden. Aus diesen Gründen stehen sie nicht jedem zur Verfügung. Arsh Shah Dilbagi möchte mit seiner Erfindung AAC-Geräte besser verfügbar machen. Seine AAC-Lösung ist leicht, schnell und einfach zu nutzen.


Der junge Inder hat seine Erfindung auf den Namen Talk getauft. Es besteht aus einem Sensor, der unter der Nase angebracht wird sowie einer Verarbeitungs-Einheit, die etwa so groß wie ein Smartphone ist. Talk greift auf zwei unterschiedliche Arten des Ausatmens zurück, um seinem Träger die Kommunikation zu erleichtern. Der Mikroprozessor des Systems übersetzt ein kurzes, stoßartiges Ausatmen in einen Punkt, während längeres Ausatmen als Linie gewertet wird. Ähnlich wie beim Morse-Code können diese Signale dann in Wörter und Sätze umgewandelt werden, die über einen Sprachchip wiedergegeben werden.

Talk verfügt über zwei unterschiedliche Modi: In dem ersten Modus können Wörter einzeln gebildet werden, während der zweite Modus spezifische Kommandos und Sätze komplett speichern und wiedergeben kann.

Das Gerät wurde von Arsh Dilbagi an sich selber, seiner Familie sowie einem Parkinson-Patienten getestet. Das System war jedes Mal in der Lage, die zwei unterschiedlichen Atemarten zu unterscheiden und hatte auch bei der Übersetzung eine Trefferquote von 99 Prozent. Die finale Version wird weniger als 100 US-Dollar kosten. Der Erfinder plant, eine automatische Eingabevorhersage sowie eine Integration mit Smartphones und Google Glass folgen zu lassen.

 

Quelle: iflscience.com

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