Der Kampf gegen den Klimawandel ist in den letzten Jahren stark in den Fokus gerückt. Spätestens seit den Verträgen von Paris und der aufsehenerregenden Ankündigung des Ausstiegs aus denselben von US-Präsident Donald Trump wird das Thema verstärkt diskutiert. Während in den letzten Jahren die Hoffnungen darauf stiegen, dass die Klimaziele der Pariser Verträge durchaus einzuhalten sind, wurde diesen Hoffnungen nun ein starker Dämpfer versetzt: Erstmals seit drei Jahren verzeichnen Forscher wieder einen Anstieg der weltweiten CO2-Emissionen.


Erstmals seit drei Jahren steigen die Emissionen

Seit dem Jahr 2014 stagnierte der globale CO2-Ausstoß weitestgehend. Noch im letzten Jahr hieß es von Forschern des Global Carbon Project, dass eine Trendwende eingeleitet sei. Dieselben Forscher dämpften die Hoffnungen nun jedoch wieder: Für dieses Jahr erwarten sie einen Anstieg der Emissionen um etwa zwei Prozent.


Mit der Zunahme der CO2-Emissionen auf etwa 41 Milliarden Tonnen im Jahr 2017 sei es deutlich schwerer, die Klimaziele von Paris noch einzuhalten, so die Klimaforscherin Corinne Le Quéré von der britischen Universität East Anglia in Norwich. Im Jahr 2015 vereinbarten die Führer der wichtigsten Nationen der Welt in Paris, die Erderwärmung verglichen zum präindustriellen Zeitalter auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen. Die Idealvorstellung war eine Begrenzung auf eine Erwärmung von 1,5 Grad.

China spielt eine wichtige Rolle im Kampf gegen den Klimawandel

Als die Forscher im vergangenen Jahr meldeten, dass eine Trendwende vollzogen sei, kam das durchaus überraschend. Weltweit boomte die Wirtschaft, was normalerweise ein Faktor ist, der zu einer Emissionszunahme führt. Die stagnierenden Emissionslevel in den letzten Jahren waren vor allem den Chinesen zu verdanken, die den Kohleverbrauch in ihrem Land deutlich reduzierten. Doch im Jahr 2017 wird der Kohleverbrauch in China wieder um drei Prozent zeigen, was maßgeblich für den Anstieg der Emissionen verantwortlich sei, so die Forscher. 28 Prozent der globalen CO2-Emissionen gehen auf das Konto von China, weshalb das Land dringend weiter daran arbeiten muss, diese zu senken.

Insgesamt haben die CO2-Emissionen in diesem Jahr in 101 Ländern zugenommen. Neben China gehört dazu auch Indien. Das Land, das weltweit der drittgrößte Verursacher von CO2-Emissionen ist, wird einen Anstieg von zwei Prozent verzeichnen müssen.

22 Industrienationen können Emissionen senken

Bezüglich einiger Industrienationen haben die Forscher aber auch Gutes zu berichten: In insgesamt 22 Ländern seien die Emissionen von 2007 bis 2016 zurückgegangen, obwohl das Land Wirtschaftswachstum zu verzeichnen hatte. Darunter fallen auch die USA und Deutschland.

Die Rolle der USA wird in den nächsten Jahren ebenfalls von großer Bedeutung sein. Das Land ist der zweitgrößte CO2-Produzent der Welt und wird für 2017 einen Rückgang der Emissionen um etwa 0,4 Prozent verzeichnen können. Allerdings hat Präsident Donald Trump den Rückzug aus den Paris-Verträgen angekündigt. Die USA sind damit bald weltweit das einzige Land, das sich nicht an die Klimaziele von Paris gebunden sieht. Trump möchte außerdem die Rolle der Kohleindustrie in den USA stärken und zeigte sich in der Vergangenheit gegenüber dem Klimawandel sehr skeptisch. Allerdings gibt es dennoch Grund zur Hoffnung: Zahlreiche Bundesstaaten der USA haben bekannt gegeben, dass sie sich trotz des Kurses der Bundesregierung der USA weiterhin den Verträgen von Paris verpflichtet sehen.

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