Die indische Regierung drückt beim Ausbau der Solarenergie auf das Gaspedal. Ursprünglich war vorgesehen, bis zum Jahr 2022 Solaranlagen mit einer Kapazität von 20 Gigawatt zu installieren. Im vergangenen Jahr wurde dieser Zielwert dann aber sogar auf 100 Gigawatt erhöht. Die einzelnen Bundesstaaten haben zudem noch einmal eigene Ziele verabschiedet. So plant der ganz im Süden gelegene Bundesstaat Tamil Nadu mit Solarkapazitäten von rund 3.000 Megawatt. Ein nicht unerheblicher Teil davon stammt dabei aus einem einzigen Kraftwerk in der Stadt Kamuthi. Dort wurden insgesamt 2,5 Millionen Solarmodule installiert. Diese bedecken eine Fläche von rund zehn Quadratkilometern und besitzen eine Kapazität von 648 Megawatt. Nach rund acht Monaten Bauzeit wurde die Anlage inzwischen an das öffentliche Stromnetz angeschlossen.


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Die Solarenergie kann zum Betrieb von Klimaanlagen genutzt werden

Der Einsatz von Solarenergie ist in Indien gleich aus mehreren Gründen sinnvoll. Zum einen kann das sonnenreiche Land so seine Umweltbilanz aufpolieren und muss weniger neue Kohlekraftwerke bauen. Zum anderen steigt der Energiebedarf aufgrund der zahlreichen Klimaanlagen immer dann an, wenn besonders große Hitze herrscht – also genau in den Zeiten, in denen auch die Solarmodule am meisten Strom produzieren. Auf diese Weise ergänzen sich die Schwankungen der Solarstromproduktion und des Stromverbrauchs in gewisser Weise ideal. Aus diesen beiden Gründen investieren längst auch internationale Organisationen in den Ausbau der Solarenergie auf dem indischen Subkontinent. Die Weltbank beispielsweise stellte rund eine Milliarde Dollar zur Verfügung.


Indien gehört zu den größten Produzenten von Solarstrom weltweit

Das nun errichtete Solarkraftwerk alleine kostete rund 662 Millionen Dollar. Es sorgt zudem dafür, dass Indien in absoluten Zahlen im nächsten Jahr der weltweit drittgrößte Produzent von Solarstrom werden dürfte – nur übertroffen von China und den Vereinigten Staaten. Indische Firmen verfolgen dabei durchaus auch innovative Ansätze. So wurde in Zusammenarbeit mit der deutschen Firma FRENELL vor kurzem eine Solarthermie-Anlage in Betrieb genommen, die die vorhandene Infrastruktur eines Kohlekraftwerks nutzt. Die Technik soll Kosten sparen helfen und so zum weiteren Ausbau der Solarenergie auf dem Subkontinent beitragen.

Via: Al Jazeera

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