Das südchinesische Meer ist strategisch von enormer Bedeutung. Experten vermuten dort unter anderem rund elf Milliarden Barrel Öl und 190 Billionen Kubikfuß Gas. Zudem passiert ein nicht unerheblicher Teil des Welthandels die Gewässer – alleine im vergangenen Jahr waren es beispielsweise Waren im Wert von etwa 5,3 Billionen Dollar. Kein Wunder also, dass gleich eine ganze Reihe von Anrainerstaaten Besitzansprüche für Teile des Meeres erheben. Diese überschneiden sich allerdings und führen immer wieder zu Konflikten. Am aggressivsten geht dabei China vor. Das Reich der Mitte ließ zuletzt beispielsweise kleinere Inseln mit Militärposten besetzen und durch Sandaufschüttungen vergrößern. Nun plant die chinesische Regierung aber wohl ein ungleich größeres Projekt: Die Einrichtung einer dauerhaften Station in der Tiefsee.


Flagge China

Das Projekt ist ähnlich aufwendig wie eine Raumstation

Diese soll in einer Tiefe von knapp dreitausend Metern eingerichtet werden und mehreren Dutzend Wissenschaftlern Platz bieten. Die dort arbeitenden Forscher sollen dabei bis zu einen Monat unter Wasser bleiben können. Die Logistik dürfte dabei ähnlich aufwendig sein wie bei einer Raumstation, das heisst sämtliche benötigten Ressourcen müssen eigens zu der Tiefseestation transportiert werden. „Die Tiefsee enthält Schätze, die bisher noch unentdeckt und unausgebeutet sind und wenn wir diese Schätze heben wollen, müssen wir in der Lage sein, die Schlüsseltechnologien zu beherrschen, um in die Tiefsee zu gelangen, diese zu erkunden und auszubeuten“, erklärte der Generalsekretär der kommunistischen Partei Xi Jinping.


Eine militärische Nutzung kann nicht ausgeschlossen werden

Abgesehen davon sind die Pläne bisher allerdings noch nicht im Detail bekannt. Das Projekt ist aber sowohl Teil des wirtschaftlichen Fünfjahresplans, als auch der Initiative „Scientific Innovation 2030“ – und wurde jeweils mit hoher Priorität versehen. Beobachter gehen dabei davon aus, dass die Pläne nicht nur rein wissenschaftlicher Natur sind, sondern auch einen militärischen Aspekt beinhalten. Gut möglich also, dass zukünftig neben den Wissenschaftlern auch einige Soldaten eine zeitlang in der Tiefsee leben werden. Die Nachbarländer Taiwan, Vietnam, Malaysia, Brunei und die Philippinen dürften von den Plänen also eher weniger begeistert sein.

Via: Motherboard

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