Morgens extra früh ins Büro zu gehen, nur um dann festzustellen, dass man den Schlüssel vergessen hat, ist durchaus ärgerlich. Da wäre es doch extrem praktisch, wenn man die Tür einfach mit einer leichten Bewegung des Zeigefingers öffnen könnte. Solche und ähnliche Überlegungen scheint man bei der US-Firma 32 Market angestellt zu haben. Denn dort wird am kommenden Dienstag eine sogenannte Chipping-Party stattfinden. Alle Mitarbeiter können sich dabei kostenfrei einen Mikrochip unter der Haut einsetzen lassen. Mit dessen Hilfe können dann nicht nur Türen geöffnet werden, sondern er dient auch an vielen anderen Orten der korrekten Identifizierung: Etwa beim Einloggen am PC, in der Cafeteria oder am Kopierer.


Foto: 32M

Die Nahfeldkommunikation ermöglicht die Identifizierung

Die Teilnahme an der Maßnahme ist allerdings freiwillig. Es wird also kein Mitarbeiter gezwungen, sich einen Chip einsetzen zu lassen. Die Firmenleitung hofft dennoch auf eine rege Teilnahme und rechnet mit rund fünfzig Freiwilligen. Die Technologie wird von der schwedischen Firma Biohax zur Verfügung gestellt und basiert auf der sogenannten Nahfeldkommunikation – kurz: NFC. Diese wird beispielsweise auch beim kontaktlosen Bezahlen mit der Kreditkarte genutzt. Grundsätzlich sind den Einsatzmöglichkeiten des implementierten Mikrochips aus technischer Sicht kaum Grenzen gesetzt. So ist es beispielsweise auch denkbar, darauf Informationen zu speichern – etwa wann jemand im Büro erschienen ist und wann er es wieder verlassen hat.

Die Abrechnung in den Mikromarkets des Unternehmens könnte vereinfacht werden

Für 32 Market dürfte allerdings vor allem der Einsatz in der firmeneigenen Cafeteria von Interesse sein. Denn das Unternehmen vermarktet sogenannte Mikromarkets – also kleine Verkaufsstände für den Pausenraum. Dort gibt es neben Kaffee auch den einen oder anderen Snack zu kaufen. Durch den Einsatz der Mikrochips ließe sich das Abrechnungsverfahren enorm erleichtern. Bisher allerdings scheinen die meisten Kunden diesem Ansatz eher skeptisch gegenüber zu stehen – weshalb nun quasi im eigenen Haus ein erfolgreiches Praxisbeispiel geschaffen werden soll. 32 Market-Chef Todd Westby denkt aber bereits weiter: Langfristig könnten solche implementierten Chips etwa auch den Personalausweis ersetzen, so der Manager. Dies allerdings würde erhebliche ethische und datenschutzrechtliche Probleme mit sich bringen.


Via: 32 Market

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3 Kommentare

  1. Irgendjemand

    25. Juli 2017 at 13:08

    Wenn dort Mitarbeiter mitmachen, stört es die wohl auch nicht das der Arbeitsgeber jederzeit weiß, wie lange die Person auf Klo verbringt. Wenn ich mir die Technik als Personalausweis Ersatz vorstelle, dann weiß die Regierung zu jeder Zeit, wo ich mich befinde, was ich wahrscheinlich gerade mache und kann sogar daraus Schlussfolgern welcher Religion ich angehöre, wie meine Politische Einstellung ist oder was ich sogar für Krankheiten habe.

    Besonders lustig wird es, wenn diese NFC Systeme noch Schwachstellen haben, wodurch unbekannte meine Identität stehlen könnten indem sie einfach an mir vorbei gehen.

  2. Kai

    25. Juli 2017 at 13:28

    „Im Jahre 3000 bekommt jeder einen Job zugewiesen, den er dann auch ausführen muss. Wenn man dieser Bestimmung nicht folgt, wird man nach Leelas Aussage „mit einer Kanone in die Sonne“ gefeuert. Damit man erkennt, für welchen Beruf eine Person bestimmt ist, bekommt jeder einen Karrierechip implantiert.“
    Willkommen bei „Futurama“.

  3. B-Paul

    28. Juli 2017 at 12:08

    Einmal ge-chipt und man hat einen „Wanderpokal“. Die Dinger wandern nachweislich ( Frag dein Haustier) im Körper und mit welchem Körperteil man irgendwann NFC betreibt ist nicht vorher zu sagen! Viel Spass damit!

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