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3D-Druck: Siemens will mit Roboter-Spinnen Produkte weben

Wer Angst vor Spinnen hat, der mag Siemens Vorstellung von einer neuen Produktionsmethode etwas abschreckend finden. Das Unternehmen möchte mit spinnenähnlichen Robotern aus Plastik verschiedene Objekte weben lassen.

Bild: Siemens

Bild: Siemens

Roboterspinnen arbeiten im Verbund

Die Produktionsmethode wird gerade in einem Labor in Princeton, New Jersey getestet. Sie befindet sich noch in einer frühen Phase, kann aber als Hinweis darauf gesehen werden, wie die Produktion der Zukunft aussehen kann. Grundlage dafür sind Fortschritte in der Robotik und der Kontroll-Software sowie neue Wege, mittels 3D-Druck Objekte zu formen. Siemens möchte die Roboter-Spinnen in Teams zusammenarbeiten lassen, was den Vorteil bringt, dass die Roboter nicht wie andere Roboter-Produktionsstraßen für jedes Produkt neu konfiguriert werden müssen. Stattdessen ließe sich der Bauplan einfach an die Spinnenroboter übertragen, die sich dann sofort an die Arbeit machen könnten.

Livio Dalloro, seines Zeichens Head of Product Design, Modeling and Simulation bei Siemens, betont, dass die Roboter in der aktuellen Phase nur sehr einfache Objekte wie etwa einen Würfel herstellen können. Der Plan ist aber, die Technologie so weiterzuentwickeln, dass letztlich auch komplexe Objekte hergestellt werden können. “Modularity, flexibility, and autonomy are the most important trends in the shop floor”, so Dalloro.

Die Roboter sind mit 3D-Kameras ausgestattet, um ihre Umgebung zu vermessen und wahrzunehmen. Aber um in einem Verbund mehrerer Roboter arbeiten zu können, muss sich jeder einzelne dieser Roboter jederzeit sehr genau über seine Position im Klaren sein. Momentan sind die Roboter noch zu unpräzise, um wirklich komplexe Gegenstände erschaffen zu können. Diesbezüglich müssen die Ingenieure von Siemens noch deutliche Verbesserungen erreichen, ansonsten wäre der Einsatz in der tatsächlichen Produktion eher sinnlos. In Zukunft sei es aber durchaus möglich, dass Roboter-Produktionsstraßen mit mehreren Robotern, die zusammenarbeiten, auch komplizierte Gegenstände in kleinen Mengen herstellen zu können. Das wäre besonders für Gegenstände nützlich, von denen nur wenige benötigt werden.

Veränderung der Produktionsprozesse

Momentan arbeiten die Roboter noch halbautomatisch, aber Siemens möchte die Spinnen weiter autonomisieren, bis sie auch von selber mit ihrer Umgebung interagieren können. “Machine learning will take more and more of a role in the future”, erläutert Dalloro weiter.

Automatisierte Produktionsstraßen sind bereits Alltag in der Industrie. Diese sind jedoch oft unflexibel und erfüllen sehr spezifische Aufgaben. Durch die Umwandlung der Produktionsprozesse ließe sich hier deutlich mehr Flexibilität erreichen, was die automatische Fertigung auch für kleinere Aufgaben sinnvoll machen würde.

via MIT Technology Review

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