400 Kilometer in 15 Minuten: Porsche präsentiert eine eigene Schnell-Ladesäule für Elektroautos

Den deutschen Autobauern wird oft vorgeworfen, zu lange alleine auf den Verbrennungsmotor gesetzt zu haben. Wichtige Entwicklungen im Bereich der E-Mobilität seien daher verschlafen worden. Ganz falsch ist dieser Vorwurf sicherlich nicht. Inzwischen hat sich der Wind allerdings gedreht und die Konzerne investieren massiv in die Entwicklung von Elektrofahrzeugen und der dazu gehörigen Infrastruktur. Ein gelungenes Beispiel dafür lieferte nun der Sportwagenbauer Porsche. Dieser hat eine Ladesäule für Elektroautos namens High Power Charger (HPC) entwickelt. Mit einer Leistung von 350 kW und einer abgegebenen Spannung von 800 V werden selbst die Supercharger von Tesla in den Schatten gestellt. Es handelt sich zudem nicht mehr um ein reines Konzept: Der erste High Power Charger wurde in Berlin bereits aufgestellt.

Die ersten beiden Schnell-Ladesäulen werden zum Teil durch vor Ort gewonnene Solarenergie gespeist. Bild: Porsche

80 Prozent des Akkus werden in 15 Minuten geladen

Dort soll unter Beweis gestellt werden, dass die Technik funktioniert. Kunden von Porsche werden davon allerdings erst in etwa zwei Jahren profitieren können – dann kommt mit dem Mission E der erste rein batteriebetriebene Sportwagen des Herstellers auf den Markt. Im Idealfall werden auch diese Fahrzeuge dann zuhause in aller Ruhe mit Wechselstrom aufgeladen. Denn dies stellt für den Akku und die Stromnetze die geringste Belastung dar. Unterwegs allerdings wollen Kunden natürlich nicht stundenlang warten, bis sie ihre Fahrt fortsetzen können. Dort sollen die High Power Charger mit Gleichstrom zum Einsatz kommen – und den Mission E in nur 15 Minuten zu immerhin achtzig Prozent wieder aufladen. Dies würde bei einer gemäßigten Fahrweise für rund 400 Kilometer ausreichen.

Auch Tesla hat eine neue Generation des Superchargers angekündigt

Selbst wenn der Porsche voll ausgefahren wird, dürfte immerhin rund die Hälfte dieser Strecke zurückgelegt werden können. Das Laden des Elektroautos unterwegs ähnelt damit immer mehr dem klassischen Besuch an einer Tankstelle. Dies ist für die weitere Verbreitung von Elektroautos von enormer Bedeutung, weil noch immer viele potentielle Kunden Angst haben, unterwegs mit leerer Batterie liegen zu bleiben. Die von Porsche entwickelten neuen Ladestationen eignen sich zudem auch für die Autos anderer Marken – sofern diese den CCD-Standard einhalten. Dies ist beispielsweise beim e-Golf von Volkswagen der Fall. Tesla hat zudem bereits angekündigt, den Supercharger V3 auf den Markt zu bringen – dann ebenfalls mit einer Leistung von 350 KW.