Die „Europäische Organisation für astronomische Forschung in der südlichen Hemisphäre“ – kurz ESO – ist ein Zusammenschluss von insgesamt vierzehn europäischen Staaten und Brasilien. Gegründet wurde die Organisation bereits im Jahr 1962. Noch nie hat sie allerdings einen solch großen Auftrag vergeben wie in dieser Woche. Für rund 400 Millionen Euro wurde ein Konsortium verschiedener Firmen damit beauftragt, Kuppel und Teleskopstruktur für ein neues Riesenteleskop in Norden Chiles zu errichten. Das Projekt erfüllt dabei gleich mehrere Superlative: So ist es zugleich auch der größte Auftrag, der je für astronomische Forschung von der Erde aus vergeben wurde. Die Fertigstellung des Projekts ist für das Jahr 2024 geplant.


Copyright: ESO
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Gebaut wird im Norden Chiles auf einem 3000 Meter hohen Gipfel

Das European Extremely Large Telescope genannte Gebäude soll dann das größte im Optischen und nahen Infrarot beobachtende Teleskop der Welt sein. Alleine die Kuppel wird dabei einen Durchmesser von 85 Metern und eine Gesamtmasse von 5000 Tonnen haben – trotzdem aber drehbar sein. Die gesamte Anlage soll in etwa die Fläche eines Fußballfelds bedecken. Erschwert werden die Bauarbeiten zudem durch den Standort des geplanten Teleskops auf dem Gipfel des 3000 Meter hohen Bergs Cerro Armazones. Die Bedingungen im Norden Chiles sind allerdings aus astronomischer Forschungssicht beinahe ideal: Nicht zuletzt deshalb befindet sich nur rund zwanzig Kilometer entfernt das ebenfalls von der ESO betriebene Paranal-Observatorium.

Die Gesamtkosten betragen mehr als eine Milliarde Euro

Das neue Riesenteleskop mit einem 39 Meter langen Hauptspiegel soll dabei in verschiedenen Bereichen für neue Erkentnisse sorgen. So hoffen die Forscher mehr über die Entstehung unserer Galaxie zu erfahren, schwarze Löcher besser zu verstehen und möglicherweise bewohnbare Exoplaneten genauer unter die Lupe nehmen zu können. Die Wissenschaftler gehen aber auch davon aus, Entdeckungen zu machen, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können. Die Gesamtkosten für die Errichtung des Riesenteleskops werden auf mehr als eine Milliarde Dollar beziffert. Weitere Aufträge sollen zeitnah vergeben werden.


Via: Arstechnica

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