Um die nächste Generation der Mobilfunktechnik läuft momentan ein erbittertes Rennen. Europa, Asien und die USA wollen jeder als erster auf die neue 5G-Technik setzen. Deshalb forschen weltweit zahlreiche Teams am 5G-Standard. Dieser soll ein rasantes mobiles Internet bieten, unter anderem, um das sogenannte “Internet der Dinge” voranzutreiben. Aufgebaut werden soll das neue Netz ab dem Jahr 2020. Bis dahin sind allerdings noch einige Hindernisse zu überwinden.


Mobilfunkmast

5G – Was ist das überhaupt?

Die Bezeichnung 5G steht für den nächsten Übertragungsstandard im Mobilfunk. Der weit verbreitete UMTS-Standard wird als 3G bezeichnet. Das schnellere LTE kennen wir als 4G. Und nun folgt also 5G, ein Übertragungsstandard, der dem mobilen Internet den nächsten Kick verpassen soll. Schenkt man den aktuellen Stimmen aus der Forschung Glauben, dann handelt es sich bei 5G nicht um eine bloße Evolution der mobilen Datenübertragung, sondern um eine wahre Revolution.


Der aktuelle Stand der Technik erlaubt pro Funkzelle 200 Teilnehmer. 5G soll bis zu 10.000 ermöglichen, und zwar in wesentlich kleineren Zellen. Doch nicht nur die Anzahl der Teilnehmer soll verbessert werden, das neue Netz soll auch wesentlich schneller werden – und das ist es schließlich, was für den Verbraucher letztlich zählt. Mobilfunkunternehmen verkünden aus Tests wahrlich beeindruckende Ergebnisse: Sony Ericsson spricht von 5 Gbit/s, Samsung sogar von 7,5 Gbit/s. Nach Aussagen von Vodafone wird das mobile Internet in 15 Jahren tausend Mal so schnell sein wie heute. Andreas Stöhr, Professor für Optoelektronik in Duisburg, sagt: “Mit solchen Geschwindigkeiten ließen sich alle bei Youtube gespeicherten Filme binnen 60 Minuten herunterladen.

Intelligentes Netz für das Internet der Dinge

Mobile Kommunikation wird in Zukunft nicht mehr auf Menschen mit Smartphones oder Tablets beschränkt sein, denn das sogenannte “Internet der Dinge” bindet immer mehr Gegenstände in die Netze ein. Autos, Thermostate, Roboter, Herzschrittmacher: 5G soll die Basis für das IoT (Internet of Things) werden. Es gehe nicht mehr darum, dass “die Kiddies auf der Straße Facebook benutzen”, so Frank Fitzek, Professor für Kommunikationsnetze und Mitarbeiter des 5G-Lab, in dem 20 Professoren der Technischen Universität Dresden zusammenarbeiten. Statt momentan etwa 7 Milliarden Handys muss das neue Netz in Zukunft bis zu 500 Milliarden Teilnehmer miteinander verbinden. Das entspricht etwa dem 70-fachen der Erdbevölkerung. Um das zu ermöglichen, muss die Forschung dem bisher “dummen” Internet das Denken lehren.

Es gibt noch grundlegende Probleme

Es ist jedoch nicht getan, einfach nur einen neuen Mobilfunk-Standard zu entwickeln. So gibt es beispielsweise noch keinen gemeinsamen Standard. Dieser muss sich erst herauskristallisieren. Oder mit anderen Worten: Man wird sich einigen müssen. Hinzu kommt, dass der neue Standard dann auch vorangetrieben werden muss. Selbst in Deutschland ist – im Gegensatz zu manch anderen Industriestaaten – der LTE-Standard bisher noch nicht überall verbreitet. Es reicht auch nicht aus, nur die Infrastruktur für die schnellen Funknetze zur Verfügung zu stellen. Die Daten müssen auch in entsprechender Geschwindigkeit bei den Funkzellen ankommen. Hierfür wird ein entsprechend ausgebautes Glasfasernetz benötigt, in dem dann auch die benötigten Kapazitäten vorhanden sein müssen. Und der Ausbau des Glasfasernetzes in Deutschland lässt mindestens genauso zu wünschen übrig wie der des LTE-Netzes.

Zentral ist neben der Geschwindigkeit auch die Verzögerung. Die Latenz im 4G-Netz beträgt bis zu 25 Millisekunden. Dieser Wert soll auf eine Millisekunde gesenkt werden.

5G-Revolution könnte von der Politik gehindert werden

Letztlich ist da noch die Politik, die dem Vorhaben Steine in den Weg legen könnte. Wir erinnern uns, wie schwerfällig die Bundesnetzagentur war, als es um die UMTS-Frequenzen ging. Zudem siegte damals die Gier, woraufhin man verpasste, den Ausbau der Netze entsprechend zu regulieren.

Bis wir in Deutschland mit 7 Gbit/s durchs mobile Netz surfen können, wird also noch einige Zeit vergehen. Der LTE-Ausbau begann hierzulande 2010. Und heute, 5 Jahre später, ist er noch lange nicht beendet.

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