Seit der Pluto seinen Status als Planet offiziell verloren hat, umfasst unser Sonnensystem noch acht Planeten. Ob dies viel oder wenig ist, lässt sich aktuell nur schwer sagen. Denn noch wissen wir zu wenig über den Rest des Weltalls. Fakt ist aber: Bisher kannte man kein Sternensystem der gleichen Größe – was sich nun aber geändert hat. Zu verdanken ist dies einem Team rund um Chris Shallue und Andrew Vanderburg. Bei Vandenburg ist dies keine große Überraschung: Er ist ein bekannter Astrophysiker. Shallue hingegen arbeitet eigentlich bei Google und forscht dort im Bereich der künstlichen Intelligenz. Ein Fünftel seiner Arbeitszeit darf er allerdings in andere Projekte investieren und nutzte dies, um nach neuen Planeten Ausschau zu halten.


Auch das Kepler-Teleskop beobachtet nur einen kleinen Teil der Milchstraße.

Die KI trainierte mit 15.000 bereits ausgewerteten Datensätzen

Dabei brachte er seine Kompetenz im maschinellen Lernen mit ein. Der Hintergrund: Das Kepler-Teleskop hat in den letzten vier Jahren 200.000 Sterne beobachtet und insgesamt 14 Milliarden Bilder gemacht. Bis menschliche Mitarbeiter diese alle gesichtet und bewertet haben, kann extrem viel Zeit vergehen. Zur Unterstützung wurde daher eine Software namens TensorFlow von Google eingesetzt. Zunächst erhielt diese 15.000 Datensätze, die bereits durch Menschen abschließend beurteilt wurden. Der Clou: So konnte die Software selbstständig lernen, ob Anzeichen für die Existenz eines Exoplaneten vorhanden sind oder nicht. Am Ende dieser Trainingseinheit besaß die KI in diesem Punkt bereits eine Treffsicherheit von 96 Prozent – und wurde anschließend auf den ganzen Datenberg losgelassen.

Rund um Kepler 90 kreisen mindestens acht Planeten

Das Ergebnis: Mit Kepler 80g und Kepler 90i wurden gleich zwei neue Planeten entdeckt. Bei Kepler 90i gibt es zudem eine weitere Besonderheit: Der Planet umkreist den Stern Kepler 90. Weil dies auch sieben andere Planeten tun, handelt es sich um das erste bekannte Sternensystem mit acht Planeten außerhalb unseres eigenen Sonnensystems. Wer möchte kann nachts auch versuchen, die Position von Kepler 90i am Himmel zu finden: Der Himmelskörper ist Teil des Sternbilds Drache, das in Europa ganzjährig zu sehen ist. Einmal erfolgreich getestet, ist davon auszugehen, dass die künstliche Intelligenz nun weiter nach noch nicht bekannten Planeten sucht – und es schon bald weitere Neuigkeiten gibt.

Via: Google Blog


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