Mit den Vereinigten Staaten, China und Indien haben inzwischen die drei bevölkerungsreichsten Länder der Erde den Weltklimavertrag von Paris ratifiziert. Dieser sieht vor, die Erderwärmung auf weniger als zwei Grad zu begrenzen. Möglich wird dies allerdings nur, wenn es gelingt, die Klimaemissionen weltweit massiv zu senken. Auch die Luftfahrtindustrie soll dazu einen Beitrag leisten. Wie dieser allerdings aussehen soll, wurde im Vertrag von Paris nicht konkret festgeschrieben. Auf der Vollversammlung der internationalen Luftfahrtbehörde wird nun aber an einer Lösung gearbeitet. Diese sieht vor, dass die Emissionen auf dem Niveau des Jahres 2020 festgeschrieben werden. Sämtliche darüber hinaus entstehende Emissionen müssten dann von den Fluglinien ausgeglichen werden.


Boeing der Malaysia Airlines (Foto:Laurent ERRERA / Creative Commons)
Boeing der Malaysia Airlines (Foto:Laurent ERRERA / Creative Commons)

Die Bundesregierung neutralisiert schon jetzt sämtliche Dienstflüge

Flugzeuge sind dabei für das Klima besonders schädlich, weil die Emissionen in großer Höhe entstehen und dadurch die negativen Auswirkungen verstärkt werden. Umweltschutzverbände gehen davon aus, dass ein Flug in etwa fünfmal so klimaschädlich ist wie eine Bahnreise über dieselbe Distanz. Die deutsche Bundesregierung ist daher bereits vor einiger Zeit dazu übergegangen, dienstliche Flüge durch entsprechende Klimaschutzzahlungen auszugleichen. Auch die meisten Airlines bieten ihren Kunden diese Möglichkeit – allerdings nur gegen ein entsprechendes Entgelt. Zukünftig hingegen sollen die neu entstehenden Emissionen direkt aus den Etats der Fluglinien ausgeglichen werden.

Das Wachstum der Branche sorgt für immer stärkere Klimaemissionen

Umstritten ist dann allerdings die Frage, ob die Emissionsvorgabe dauerhaft festgeschrieben wird oder diese langfristig sinken soll. Theoretisch entstehen Einsparungen in der Luftfahrtbranche schon alleine durch immer effizientere Flugzeuge. Praktisch allerdings wächst die Flugbranche jedes Jahr um mehr als fünf Prozent. Die Zahl der Flugzeuge steigt also so stark, dass insgesamt mehr Emissionen entstehen – auch wenn das einzelne Flugzeug effizienter ist als früher. Auch über die möglichen Ausgleichsmaßnahmen besteht noch keine Einigkeit. So streiten die Delegierten beispielsweise darüber, ob auch Wiederaufforstungsprogramme unterstützt werden können. Diese sind in der Branche nicht unumstritten, weil die Bäume natürlich nicht die Entstehung von Klimaemissionen verhindern, sondern das CO2 lediglich speichern – und im schlimmsten Fall auch wieder freigeben.


Inzwischen befinden sich allerdings auch schon komplett emissionsfreie Flugzeuge in der Entwicklung. Beispielsweise das Elektroflugzeug Maxwell der NASA oder das Wasserstoffflugzeug HY4.

Via: Politico

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