Über die Schadstoffbelastungen durch Autos mit Dieselmotoren wurde im Zuge des VW-Skandals ausführlich diskutiert. Die weltweite Schifffahrt hingegen war in diesem Bereich bisher weitgehend unreguliert. Zwar gelten in Küstennähe in der Regel recht strenge Grenzwerte. Auf hoher See können die Containerriesen und Kreuzfahrtschiffe allerdings billiges Schweröl verfeuern. Für die Umwelt stellt dies eine enorme Belastung dar: Ein einziges Kreuzfahrtschiff stößt in etwa so viele Schadstoffe aus wie 5.000 Dieselautos. Ab dem Jahr 2020 hat die International Maritime Organization nun aber Änderungen beschlossen. Die Grenzwerte für Schwefel in den verwendeten Treibstoffen werden dabei so gesenkt, dass der Einsatz des unbehandelten Schweröls nicht mehr möglich sein wird.


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Hochseeschiffe geben zu viele Schadstoffe in die Luft ab

Schweröl ist im Prinzip ein Abfallprodukt der Erdölraffinierung und dementsprechend günstig. Eine Tonne kostet aktuell rund 300 Dollar. Der deutlich schadstoffärmere Marinediesel hingegen kostet mindestens 500 Dollar pro Tonne. Ein Unterschied, der durchaus ins Geld gehen kann. Denn die riesigen Frachter verbrauchen jährlich mehr als 10.000 Tonnen Treibstoff. Dennoch entschied sich die Weltgemeinschaft nun zum handeln. Die Zahlen zur Umweltbelastung durch die Hochseeschifffahrt sind allerdings auch erschreckend: Die rund 50.000 Schiffe verursachen weltweit 13 Prozent der Emissionen an Schwefeloxiden. Bei den Stickoxiden liegt dieser Wert sogar bei 15 Prozent. Durch die nun beschlossenen Änderungen an den Grenzwerten sollen diese Belastungen für die Umwelt deutlich reduziert werden.


Emissionsfreie Antriebe sind bereits in der Entwicklung

Die Besitzer der Schiffe haben zukünftig drei Möglichkeiten, um die neuen Grenzwerte einzuhalten. Sie können den teureren Marinediesel tanken, auf einen Antrieb durch Flüssiggas umrüsten oder spezielle Filter einbauen, die verhindern, dass die Schadstoffe in die Luft gelangen. Für welche Variante sich die meisten Schiffseigner entscheiden werden, bleibt abzuwarten. Inzwischen gibt es allerdings auch erste Versuche, Schiffe emissionsfrei anzutreiben. So soll die Energy Observer die Welt nur mit Hilfe von Sonne, Wind und Wasserstoff umrunden. Bis diese Technologien allerdings in der Lage sein werden, die riesigen Ozeanfrachter anzutreiben, dürfte noch einiges an Zeit vergehen. Bis dahin sollen die neuen Grenzwerte die Belastungen für die Umwelt minimieren.

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