Noch keine 15 Jahre ist es her, da tobte im afrikanischen Staat Angola ein Bürgerkrieg. Wie so oft in solchen Kriegen kämpfte die Regierung gegen eine Gruppe Rebellen, genauer gesagt kämpfte die regierende MLP (Movimento Popular de Libertação de Angola) gegen die Rebellen der UNITA (União Nacional para a Independência Total de Angola), wobei die Regierungstruppen durch den Besitz von Panzern verschiedener Art im Vorteil waren. Heute hat sich die Lage in dem Land in Zentralafrika beruhigt. Ein Unternehmen aus Angola geht nun einen Schritt, der sowohl nachhaltig ist als auch viel Symbolkraft besitzt: Es sammelt den Metallschrott in Form von zerstörten Panzern und anderen militärischem Equipment ein und schmilzt ihn ein, um daraus Industriestahl zu fertigen.


Bild: ADA Steel
Bild: ADA Steel

Überreste des Krieges decken Stahlproduktion

Das Unternehmen heißt ADA Steel und verfolgt diese Pläne bereits seit September 2015. Die Hochöfen der Firma stellen jährlich 500.000 Tonnen Stahl her und operieren etwa 40 km außerhalb der Hautstadt Luana. Nun hat das Unternehmen begonnen, Lastwagen auszusenden, die die Stahlreste im Land aufsammeln. Dabei handelt es sich nicht nur um alte Panzer, sondern auch um Schienen, Eisenbahnteile und viel Equipment, das aus dem Krieg zurück blieb. Die Manager von ADA Steel kalkulieren, dass sie die Stahlproduktion so über einen Zeitraum von drei Jahren decken können.

Eine halbe Millionen Tote im längsten Bürgerkrieg Afrikas

Der Bürgerkrieg in Angola zählte zu den längsten Afrikas. Von 1975 bis 2002 tobten die Kämpfe in dem Land, nur zwischenzeitlich wurden sie kurz unterbrochen. Der Krieg forderte knapp eine halbe Millionen Todesopfer, 2,5 Millionen Menschen verloren ihre Heimat. Die großflächige Verminung des Landes führte zu zahllosen teils schwer verletzten Bürgern, die noch heute mit den Folgen ihrer Verletzungen zu kämpfen haben.


Doch so langsam kommt Angola wieder auf die Beine. Auch wenn politisch auch weiterhin ein recht autoritärer Führungsstil vorherrscht, hat die Wirtschaft sich inzwischen etwas erholt und ist auf dem Weg nach oben. Von 2001 bis 2010 verzeichnetet Angolas Bruttoinlandsprodukt ein Plus von 10 Prozent pro Jahr, das Wachstum ist dem Land anzusehen und anzumerken. Dieser Wachstum benötigt aber auch Rohstoffe, unter anderem natürlich auch Stahl.

Aufbruchsstimmung in Angola

Die Fabrik kommt genau zur richtigen Zeit. Wir müssen Ressourcen nutzen, Produkte mit Wertschöpfung herstellen und in der Lage sein zu exportieren”, so Georges Choucair, der Geschäftsführer von K2L Capital, dem Eigentümer von ADA Steel.

Insgesamt bleibt die Zahl der von ADA Steel geschaffenen Jobs im Rahmen, jedoch sendet das Unternehmen das richtige Signal und verbreitet Aufbruchsstimmung. Wie nachhaltig diese ist, wird sich spätestens dann zeigen, wenn die Stahlreserven auf den Straßen ausgehen und das Unternehmen beginnen muss, in den Minen des Landes nach Erz zu schürfen.

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