Die Luftqualität in europäischen Großstädten hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. Doch noch immer wird auch hierzulande in vielen Städten regelmäßig gegen verschiedene Grenzwerte verstoßen. Noch schlimmer ist die Situation in vielen Metropolen in Asien oder Südamerika. Diese Problematik hat der New Yorker Designer Nikolas Bentel nun aufgegriffen und eine Serie von Pullovern auf den Markt gebracht, die verschiedene Schadstoffbelastungen erkennen können. Wird dabei dann eine bestimmte Grenze überschritten, verändert sich das Design der Kleidungsstücke und warnt so vor einer gesundheitlichen Belastung. Bisher kann die Kollektion dabei vor Kohlenmonoxid, Feinstaub und Radioaktivität warnen.


Bild: Aerochromics
Bild: Aerochromics

Schwarze Elemente werden weiß – und umgekehrt

Gemessen wird die Belastung von zwei integrierten Sensoren. Diese aktivieren wiederum im Falle einer zu hohen Belastung Wärmepads. Auf diese Weise werden aus den weißen Punkten der Pullover dann schwarze Punkte. Bei einer zu hohen radioaktiven Belastung bleiben die Punkte dann dauerhaft dunkel, bei einer reinen Feinstaubbelastung kehrt das Ursprungsmuster zurück, sobald die Luftverschmutzung wieder abnimmt. Bei zu hoher Kohlenmonoxid-Belastung wiederum wird eine chemische Reaktion ausgelöst und die zuvor schwarzen Streifen werden weiß. Auch hier gilt: Bei sinkender Belastung nimmt die Kleidung wieder das ursprüngliche Design an. Wer also aufmerksam den eigenen Pullover betrachtet, ist dann stets über die aktuelle Schadstoffbelastung informiert.

Ein Pullover kostet rund 500 Dollar

Ursprünglich handelte es sich bei den Pullovern um ein reines Kunstprojekt. Schnell erkannte Bentel aber auch ein gewisses kommerzielles Potential und begann seine Entwürfe auch zu verkaufen. Ganz billig ist der tragbare Warnsensor allerdings nicht: Jeder Pullover kommt mit einem Preisschild von 500 Dollar daher. Bentel hofft dennoch, mit seiner Kollektion das Bewusstsein für die Problematik der Luftverschmutzung steigern zu können. Die Sache ist dabei durchaus ernst: Im Jahr 2012 erklärte die Weltgesundheitsorganisation WHO die Luftverschmutzung zum größten ökologischen Risiko für die menschliche Gesundheit. Seitdem hat sich die Situation noch nicht entscheidend verbessert.


Via: Aerochromics

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1 Kommentar

  1. Sonja

    30. August 2016 at 09:51

    Durch Menschen bedingte Prozesse können aber auch Umweltbelastungen mit sich bringen. Dazu gehört sicherlich auch die Emission von Stäuben in die Luft. Die Belastung der Luft mit feinsten Staubpartikeln ist heute neben der Luftbelastung mit Stickoxiden und Ozon der wesentlichste Problembereich der Luftreinhaltung. In Ballungsräumen und in verkehrsnahen Gebieten sind vor allem bei Inversionswetterlagen im Winterhalbjahr erhöhte Belastungen zu verzeichnen. Während die Luftqualität sich in den vergangenen Jahren in Europa stetig verbessert hat, nimmt die Luftverschmutzung in den aufstrebenden Industrienationen wie Indien und China dramatisch zu. Auch wenn wir leichter durchatmen können ist dies kein Grund sich zurückzulehnen. Filter in Kraftwerken und Industriebetrieben minimieren den Schadstoffausstoß. Unter dem Begriff Feinstaub werden der primär emittierte und sekundär gebildete Feinstaub zusammengefasst. Primärer Feinstaub wird unmittelbar an der Quelle freigesetzt, zum Beispiel bei Verbrennungsprozessen. Entstehen die Partikel durch gasförmige Vorläufersubstanzen wie Schwefel- und Stickoxide und Ammoniak, so werden sie als sekundärer Feinstaub bezeichnet.

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