Während in China bereits 2006 der Versuch einer zufriedenstellenden Penis-Transplantation scheiterte, konnten Ärzte in Südafrika nun zum ersten Mal einem 21-Jährigen einen Penis transplantieren. Angaben der Mediziner aus Kapstadt zufolge handelt es sich um die erste erfolgreiche Penis-Transplantation der Welt.


Hörsaal OP

Psychologische Herausforderung

„Wir haben bewiesen, dass es möglich ist – wir können jemandem ein Organ geben, das genauso gut ist wie das, was er hatte“, berichtet der Chirurg Frank Graewe von der Universität Stellenbosch gegenüber der AFP. Der Patient hat die OP gut überstanden und das Organ funktioniert einwandfrei, heißt es weiter. Bereits Mitte Dezember habe die Transplantation stattgefunden. Die Ergebnisse wurden jetzt erst mitgeteilt, da zunächst abzuwarten galt, wie der noch recht junge Patient die Transplantation auch psychisch verarbeitet. Vor drei Jahren musste dem Patienten der Penis amputiert werden, da dieser sich infolge einer schlecht ausgeführten Beschneidung hochgradig entzündete. Im Tygerberg-Krankenhaus in Kapstadt bekam der 21-Jährige im Rahmen einer neunstündigen OP einen Spender-Penis von einem verstorbenen Mann.


2006 konnte eine ähnlich erfolgreiche Transplantation eines Penis durchgeführt werden. Chirurgisch gesehen lief alles gut. Aufgrund schwerere psychologischer Probleme des Patienten und seiner Frau, mussten die Ärzte den Penis jedoch nach zwei Wochen wieder entfernen.

Künstlicher Penis aus körpereigenen Zellen

Professor Anthony Atala vom Wake Forest Institute for Regenerative Medicine im US-Bundesstaat North Carolina züchtet zusammen mit seinem Team künstliche Penisse, die später ebenfalls transplantiert werden können. Statt einen Penis eines Verstorbenen transplantiert zu bekommen, ist es alsbald möglich einen Penis aus körpereigenen Zellen zu züchten. Wie bereits eingangs erklärt, ist nicht nur der chirurgische Eingriff an sich eine Belastung für die Patienten, sondern auch die psychologische Verarbeitung in der Folge der Transplantation. Bisher benötigen die Wissenschaftler des North Carolina Instituts ebenfalls noch Spenderpenisse für die Form. Diese werden in ein mildes Reinigungsmittel und von allen fremden Zellen befreit. Am Ende bleibt ein Konstrukt als eine Art Gerüst aus Kollagen übrig. Auf dieses Gerüst werden dann kultivierte Zellen des Patienten aufgesetzt. Diese Methode hat einen Nachteil. Da körpereigene Zellen zum Einsatz kommen, wird eine geschlechtsangleichende Operation von einer Frau zu einem Mann ausgeschlossen.

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