Grundsätzlich bekennen sich sowohl die israelische Regierung, als auch die palästinensische Autonomiebehörde zur so genannten Zwei-Staaten-Lösung. Bisher konnte man sich aber nicht über den Verlauf der Grenzen einigen. Israelische Siedler bauen ihre Häuser aber immer wieder auf Gebieten, die von der internationalen Gemeinschaft als Teil eines zukünftigen palästinensischen Staats angesehen werden. Eine Tatsache, die nicht nur von der deutschen Bundesregierung kritisiert wird, sondern auch das Vermittlungsportal Airbnb vor Probleme stellt. Denn die Siedler bieten ihre Zimmer dort unter dem Label „Israel“ an. Airbnb hat diese Praxis bisher toleriert, was nun aber zu Kritik der palästinensischen Behörden führt. Diese fordern, Airbnb müsse die Angaben korrigieren.


Airbnb Office in Toronto
Airbnb Office in Toronto

Palästinensische Behörde kündigt weitere Maßnahmen an

Der Streit erinnert dabei ein wenig an den Konflikt über die Herkunftsangaben von Agrarprodukten aus den von Israel besetzten gebieten. Hier hatte die Europäische Kommission vor kurzem klar gestellt, dass der Aufdruck „Made in Israel“ nicht korrekt ist. Über die korrekte Ortsangabe für zu vermietende Privatwohnungen machte diese Entscheidung aber keine Aussagen. Airbnb hat die politische Brisanz jedenfalls erkannt und bisher nur ein sehr zurückhaltendes Statement abgegeben: „Wir folgen den Gesetzen und Vorschriften, wo wir Geschäfte machen dürfen und untersuchen Beschwerden über konkrete Eintragungen“, so das Unternehmen in einer kurzen Pressemitteilung. Die Palästinensische Behörden beruhigt das allerdings nicht: „Wir werden definitiv weitere Maßnahmen ergreifen. Dies ist offensichtlich illegal“, so ein palästinensischer Diplomat gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Die Siedler wählen das Land bei Airbnb bisher selber aus

Die Westbank wurde 1967 von Israel während des Sechs-Tage-Kriegs aus Sicherheitsgründen besetzt. Inzwischen leben dort rund 380.000 Israelis in insgesamt 135 Siedlungen, was den Friedensprozess erheblich erschwert. Bei Airbnb findet sich in der Regel eine hohe zweistellige Anzahl an Angeboten aus der Westbank. Die Sieder wählen dabei das Land, in dem sich ihre Wohnung befindet, selbst aus. Von Airbnb findet zunächst keine weitere Prüfung statt. Bei Beschwerden werden unrichtige Angaben aber gewöhnlich korrigiert. Der Fall der Westbank ist allerdings außergewöhnlich kompliziert, weshalb noch keine feste Vorgehensweise gefunden wurde.


Via: Digitaljournal

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