Normalerweise sind die Hersteller von Flugzeugen nicht besonders begeistert von den zahlreichen Drohnen, die inzwischen ebenfalls in der Luft unterwegs sind. Denn bei Start und Landung könnte sich eine Kollision zwischen Flugzeug und Drohne als fatal erweisen. Rund um Flughäfen gilt daher in aller Regel eine Drohnen-Flugverbotszone. Der Flugzeugbauer Airbus allerdings will die neue Technik nun auch für sich selbst nutzen. So wurde eine Falcon 8 Drohne mit hochmoderner Kameratechnik ausgestattet und soll zukünftig frisch produzierte Flugzeuge nach Dellen, Kratzern oder ähnlichen Mängeln absuchen. Erst wenn dieser finale Test bestanden wurde, werden die Flugzeuge dann an die Kunden ausgeliefert.


Copyright: Airbus S.A.S. 2016 - photo by R. GNECCO / aircam
Copyright: Airbus S.A.S. 2016 – photo by R. GNECCO / aircam

Das neue Verfahren ist schneller und komfortabler

Durch den Einsatz der Drohnen konnte die Dauer dieser finalen Inspektion drastisch reduziert werden. Bisher nämlich mussten Mitarbeiter mit Hilfe von teleskopischen Hebebühnen die Flugzeuge persönlich in Augenschein nehmen. Dies war bei schlechtem Wetter nicht nur unangenehm, sondern konnte auch bis zu zwei Stunden dauern. Dank der Drohnen soll die finale Freigabe nun schon nach rund zehn Minuten erfolgen können. Die Falcon 8 fliegt dabei eine vorher festgelegte Route um das Flugzeug herum und schießt dabei regelmäßig Fotos. Ein menschlicher Pilot überwacht währenddessen den Flug und kann gegebenenfalls bestimmte Bereiche noch einmal abfliegen. Die während des Flugs entstehenden Fotos werden dann von den Airbus-Experten am Boden ausgewertet.

Die Tests werden an den Modellen A330 und A350 getestet

Auf den entstehenden 3D-Bildern können die Techniker dann hin- und her schwenken und in auffälligen Bereichen auch näher heranzoomen. Eine Vorgehensweise, die deutlich schneller vonstaaten geht als die mühsame Fahrt mit der Hebebühne. Getestet wird die Vorgehensweise aktuell bei den Airbus-Modellen A330 und A350. Am vergangenen Wochenende wurde das Testverfahren dann auf der britischen Farnborough Airshow erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Experten gehen nun davon aus, dass die Drohnen zeitnah auch bei den anderen Modellen des Konzerns zum Einsatz kommen werden. Drohnen ganz anderer Art stellt Airbus dabei auch in Eigenregie her: Die Zephyr-Drohne besitzt eine Spannweite von 23 Metern und kann mehrere Monate in der Luft bleiben.


Via: Airbus

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