Die Luftfahrtindustrie gehört zu den ersten Bereichen, in denen Produkte aus dem 3D-Drucker serienmäßig zum Einsatz kommen. So nutzt Air New Zeeland die Technik, um Teile der Innenausstattung kostengünstig nach zu produzieren. Aber auch die großen Flugzeugbauer setzen auf den Metall-3D-Druck, um stabile, aber doch leichte Teile für die Konstruktion eines Riesenfliegers zu erhalten. So gibt es alleine im Airbus A350 rund 1000 gedruckte Bauteile. Airbus kann sich aber offensichtlich auch noch eine weitergehende Nutzung der Technologie vorstellen. Auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin präsentiert der Konzern jedenfalls ein Mini-Flugzeug, was – mit Ausnahme von Antrieb und Fernsteuerung – komplett aus dem 3D-Drucker stammt.


Quelle: Airbus
Quelle: Airbus

Der pulverförmige Kunststoff wird geschmolzen und dann geformt

Verglichen mit den riesigen Flugzeugen, die Airbus sonst so im Angebot hat, nimmt sich Thor aber noch eher bescheiden aus: Es ist 3,5 Meter lang und besitzt eine Spannweite von 3,7 Metern. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich dabei um das erste Flugzeug komplett aus dem 3D-Drucker, das auch tatsächlich selbstständig starten und beschleunigen kann. Grundbaustoff war dabei ein pulverförmiger Polyamid-Kunststoff. Dieser wurde mit einem Laserstrahl zunächst geschmolzen und dann Schicht für Schicht in das geplante Format gebracht – eine Technik, die sich selektives Lasersintern nennt. Insgesamt entstanden so sechzig Einzelteile, die dann zusammengesetzt werden konnten, um ein flugfähiges Objekt zu erhalten.

Die nächste Version des Minifliegers soll autonom fliegen können

So faszinierend der kleine Mini-Flieger dabei auch ist – Airbus hat ihn natürlich nicht nur einfach so entwickelt. Vielmehr geht es darum, die Technologie zu testen und dann gegebenenfalls auch im größeren Maßstab zum Einsatz zu bringen. Dazu wurden für dieses Jahr bereits 18 Testflüge mit dem Thor-Miniflugzeug angesetzt. Eine Weiterentwicklung ist zudem schon in Arbeit und soll dann autonom durch die Lüfte fliegen können. Eine Fernsteuerung wäre dann nicht mehr notwendig, so dass sich die Anzahl der externen Teile weiter verringern würde. Zunächst einmal hat Airbus nun aber einen Patentantrag auf den Bau eines Flugzeugs aus dem 3D-Drucker gestellt.


Via: Daily Mail

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