Die Zahlen des Airlander 10 sind gigantisch: Das Luftschiff ist stolze 92 Meter lang – und damit deutlich größer als jeder Jumbojet. Außerdem sollen Lasten von bis zu zehn Tonnen problemlos transportiert werden können – und zwar mit weniger Treibstoffverbrauch als bei einem Flugzeug. Als im vergangenen Jahr der Jungfernflug des Riesenvogels erfolgreich verlief, machte dies daher weltweit Schlagzeilen.


Doch schon wenig später kam die erste Ernüchterung: Bei einer schief gegangenen Landung wurde die Kabine des Hybridluftschiffs beschädigt. Damit war das 25 Millionen Euro teure Fluggerät zunächst einmal außer Betrieb gesetzt. In der letzten Woche startete dann aber die zweite Reihe an Testflügen. Das Ziel: Höhere, längere und schnellere Flüge als zuvor zu absolvieren.

Via: Popsci Copyright: Hybrid Air Vehicles

Windböen sind für ultraleichte Fluggeräte besonders gefährlich

Doch erneut müssen die Entwickler einen schweren Rückschlag hinnehmen: Am Samstag riss sich der Riesenflieger von seinem Haltemechanismus am Boden los Daraufhin setzte eine Sicherheitsvorkehrung ein und sorgte dafür, dass das Helium aus dem Ballon entwich. Dadurch flog der Airlander zumindest nicht unkontrolliert davon, beschädigt wurde er aber wohl dennoch erheblich. Für die nächste Zeit muss das Luftschiff nun erneut am Boden bleiben. Der Vorfall ist zudem symptomatisch für die Probleme, die bei der Arbeit mit ultraleichten Fluggeräten auftreten können: Aufgrund des geringen Gewichts sind sie extrem anfällig für Windböen. Diese Erfahrung musste auch die – inzwischen insolvente – deutsche Firma Cargolifter einst machen.

Ursprünglich handelte es sich um ein Projekt des US-Militärs

Ursprünglich wurde der Airlander 10 entwickelt, um als besonders hochfliegendes Überwachungsflugzeug zu dienen. Für diesen Zweck wurde einst auch der Zeppelin eingesetzt – bevor er dann durch den deutlich effektiveren Radar ersetzt wurde. Der Airlander hingegen wurde zunächst nicht fertig gestellt, weil das US-Militär die finanzielle Förderung des Projekts einstellte. Anschließend wurden die Arbeiten aber mit Unterstützung der britischen Regierung und einer Crowdfundingaktion fortgesetzt – und an einer zivilen Variante gearbeitet. Einen Spitznamen hat der Airlander in der Öffentlichkeit auch bereits verpasst bekommen: „Fliegender Popo“ dürfte allerdings zukünftig eher nicht als Marketing-Slogan genutzt werden.


Via: BBC

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.