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Algorithmus soll voraussagen, wann Polizisten sich danebenbenehmen

Von Algorithmen, die zur Vorhersage von Straftaten zum Einsatz kommen können, haben wir euch bereits berichtet. Die Polizei in Charlotte, North Carolina ist nun das Versuchskaninchen für einen Algorithmus, der das Gegenteil bezwecken soll: Das Dezernat in Charlotte-Mecklenburg arbeitet mit Forschern der University of Chicago an einer Software, mit deren Hilfe vorhergesagt werden soll, wenn Polizisten sich bei einem Einsatz nicht korrekt verhalten. Die Software soll von unhöflich durchgeführten Kontrollen bis hin zu (in den USA beileibe nicht selten vorkommenden) tödlichen Schüssen jede Form von Machtmissbrauch durch Polizisten vorhersagen können.

Software soll Polizisten und Bürger schützen

Das System soll nicht nur Vorhersagen treffen, sondern auch Vorschläge unterbreiten, wie sich das drohende Ereignis am besten verhindern lässt. Im Lichte der Proteste, die in den USA in den letzten Jahren gegen Polizeigewalt und Machtmissbrauch laut wurden, ist das natürlich eine verlockende Vorstellung für die verantwortlichen Stellen. Aus diesem Grund haben wohl auch zwei weitere große Polizei-Dezernate, das Los Angeles County Sheriff Department und die Polizei von Knoxville, Tennessee, angekündigt, die Ergebnisse aus Charlotte für die Entwicklung eigener Systeme nutzen zu wollen.

Ein ähnliches Experiment führte die Polizei in Chicago bereits in den 1990er Jahren durch. Die Versuche wurden beendet, weil die Polizisten sich bei der Arbeit nicht von einer Software beobachten lassen wollten. Neben der schlechten Akzeptanz war mangelnde Genauigkeit eines der großen Probleme der Technologie. Zwar haben sich prognostizierende Algorithmen in den letzten 20 Jahren deutlich verbessert, aber die Genauigkeit derartiger Software bleibt ein großes Problem.

Eine Software darauf auszurichten, möglichst genaue Vorhersagen zu treffen, erfordert vor allem eines: Unmengen von Daten. Je mehr Daten zur Verfügung stehen, desto genauer werden auch die Vorhersagen ausfallen. Unternehmen wie Google und Facebook sammeln und verwerten Daten von Milliarden von Menschen, und große Datenmengen waren die Grundlage für viele Fortschritte, die in den letzten Jahren im Bereich Künstliche Intelligenz erreicht wurden.

Schwierigkeiten in der Datenlage

Die Datenlage, auf deren Basis sich das Verhalten individueller Polizisten voraussagen lässt, dürfte aber deutlich dünner sein. Und gerade bei einer Software, die im Polizeibereich eingesetzt wird, ist Genauigkeit von immenser Bedeutung. Wenn Netflix einem Nutzer zwei Filme vorschlägt, er aber nur einen davon mag, kommt niemand zu Schaden. Wenn es aber um einen Algorithmus geht, der einem Polizisten sagen soll, wie er seinen Job zu machen hat, und das auch noch in Situationen, die potentiell lebensbedrohend sein können (sei es für den Polizisten oder für die Bürger), dann sollte die Voraussage der Software auch zutreffend sein.

via FiveThirtyEight.com

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