Lange Zeit galt Bundeskanzlerin Angela Merkel als internationales Vorbild in Sachen Klimaschutz. Sogar der Name Klimakanzlerin machte die Runde. Inzwischen hat sie das Interesse an dem Thema aber weitgehend verloren. Stattdessen haben auf internationaler Ebene andere die Führungsrolle übernommen. So etwa Kanadas Premierminister Justin Trudeau und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. In beiden Ländern steht für den Kohleausstieg bereits ein festes Datum fest.


Nun haben sie versucht, auf dem Weltklimagipfel in Bonn weitere Nationen, Regionen und Städte zu einem solchen Schritt zu bewegen. Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen: Aktuell gibt es 27 feste Zusagen – darunter 19 von eigenständigen Staaten. Andere – etwa Norwegen – wiederum haben bereits angekündigt, zeitnah ebenfalls beitreten zu wollen.

Kohle
Foto: Coal power-plant and oilseed rape, martin, Flickr, CC BY-SA 2.0

In Deutschland ist das Thema Kohleausstieg noch umstritten

Für die deutsche Bundesregierung gilt dies allerdings nicht. Sie wird vor Ort vertreten durch die noch amtierende Umweltministerin Barbara Hendricks. Diese gehört allerdings der SPD an und wird in der nächsten Bundesregierung somit nicht mehr vertreten sein. Auch wenn sie persönlich sich immer wieder für den Kohleausstieg ausgesprochen hat, will sie die Entscheidung der künftigen Regierung überlassen. Bei den aktuell laufenden Verhandlungen für eine Jamaika-Koalition war das Thema umstritten: Die Grünen forderten ein festes Ausstiegsdatum, die FDP verwies auf mögliche Versorgungslücken. Tatsächlich kann Frankreich beispielsweise auch deshalb gut auf Kohlekraftwerke verzichten, weil dort die Atomkraft noch immer eine extrem große Rolle im Energiemix spielt.

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Zuletzt aktualisiert am 16.12.2017

Die Inselstaaten im Pazifik appellieren an die Weltgemeinschaft

Für das Klima sind Kohlekraftwerke allerdings mit die schlimmste Form der Stromerzeugung. Deshalb sind auch Fidschi und die Marshallinseln der Allianz beigetreten. Die beiden Inselstaaten gehen davon aus, dass nur durch ein weltweites Ende der Kohleverstromung die Erderwärmung dauerhaft unter 1,5 Grad gehalten werden kann. Bundeskanzlerin Merkel sprach ebenfalls vor den Delegierten der Weltklimakonferenz. Auch sie scheute sich aber davor, vor der endgültigen Regierungsbildung bereits konkrete Aussagen zu treffen. Immerhin gestand Merkel zu, dass auch die Braunkohle eine Rolle spielen muss bei den Bemühungen, die nationalen Klimaziele einzuhalten. Wie groß die Rolle sein wird, ließ sie offen.


Via: Powering Past Coal Alliance Declaration

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