In London entstand die weltweit größte unterirdische Pflanzenfarm. Wissenschaftler und Forscher haben einen alten Luftschutzbunker so angepasst, dass hier nun Hydrokulturen in Hülle und Fülle wachsen und in Zukunft die in der Stadt lebenden Menschen ernähren sollen. Nach der Beendigung des zweiten Weltkrieges waren riesige unterirdische Luftschutzbunker auch in London und in der Umgebung auf einmal nutzlos. Zukunftsvisionäre, Forscher und Wissenschaftler wollen den Raum nun vermehrt nutzen um Hydrokulutren zu züchten. Der Vorteil dabei ist, dass der Anbau keine weiten Transportwege mehr bis zum Verbraucher erforderlich macht.


Growing Underground
Hydrokulturen im Londoner Untergrund; Bild: Growing Underground

Hydrofarming ist ein haltbarer Trend der Zukunft

In der Vergangenheit sind bereits interessante Konzepte und auch Projekte im Hinblick auf die lokale Versorgung durch den Anbau von Hydropflanzen aufgetaucht. Im Kern wurde das Prinzip des „vertical farmings“ näher verfolgt. In der hochgelegenen Kleinstadt Jackson im US-Bundesstaat Wyoming soll beispielsweise in naher Zukunft eine der modernsten vertikalen Farmen errichtet werden, die 46.000 Kilogramm Obst und Gemüse pro Jahr für die Kleinstadt liefert. Andere Farm-Konzepte sprießen in die Luft und aktuell geht es unter die Erde. Die Forscher rund um Richard Ballard and Steven Dring sind besonders stolz auf das „Null-Kohlenstofdioxid“-Food, das bereits geerntet werden konnte. Das im Untergrund angebaute Grün wächst und gedeiht prächtig. Die Farmen befinden sich bis zu 30 Meter unter der Erde, sind also geschützt vor Umwelteinflüssen und Luftbelastungen. Teilweise setzen die Argarexperten spezielles Licht ein und nutzen eine ausgeklügelte Bewässerungsanlage um die Wachstumsbedingungen in den riesigen Tunneln zu optimieren.

Hydrokulturen
Bild: Growing Underground

Umweltfreundlicher und ressourcenschonender Anbau

Einem aktuellen Bloomberg Bericht zufolge erfreut sich die gesunde und unbelastete Nahrung aus dem Untergrund seit 2014 großer Beliebtheit. Je nach Pflanzenart ernten die Betreiber schon jetzt zwischen 5.000 und 20.000 Kilogramm pro Jahr. Geerntet werden unter anderem Salate wie Mizuna und andere Erzeugnisse wie Erbsen, Thai Basilikum, Koriander, Senf-Blätter, Rucola, Rettich und Schnittlauch.


Dank der guten Bedingungen unter der Erde und dem Einsatz von LED-Lampen benötigen die Farmen nur wenig Strom, erübrigen den Einsatz von Pestiziden und verbrauchen 70 Prozent weniger Wasser. Die Einsparungen sind so massiv, dass das Unternehmen „Growing Underground“ im Jahr zwei Millionen US-Dollar mehr für Investitionen zur Verfügung hat. Aktuell ist die Unterground Farm in London mit einer Fläche von einem Hektar die größte der Welt. Eine tolle Entwicklung, die auch hierzulande vermehrt begrüßt werden dürfte.

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