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Alzheimerforschung: Studie nimmt Schlafstörungen unter die Lupe

Die Alzheimer-Erkrankung gehört zu den großen Rätseln der modernen Medizin. Sie ist nicht nur unheilbar – vielmehr versteht die Wissenschaft nicht einmal genau, weshalb die Krankheit entsteht. Es können daher auch keine Risikofaktoren oder besonders gefährdete Gruppen benannt werden. Einen Zusammenhang haben Forscher aber bereits vor einiger Zeit entdeckt: Patienten, die mit Schlafproblemen zu kämpfen haben und nachts immer wieder aufwachen, erkranken oftmals später an Alzheimer. Tatsächlich konnten Forscher bei Patienten mit Schlafstörung eine erhöhte Konzentration an Beta-Amyloid-Peptiden beobachten. Diese Peptide werden auch für die später ausbrechende Alzheimererkrankung verantwortlich gemacht.

Eiweß Alzheimer

Mikroskopischer Einblick ins Alzheimer-Gehirn mit grün fluoreszierenden Nervenzellen in der Nähe der typischen Amyloid-Plaques (in blau dargestellt). (Bild: M. A. Busche / TUM)

Die Ursachen der Krankheit werden erforscht

Die Forscher möchten nun herausfinden, inwieweit die Schlafstörungen mit der erhöhten Konzentration an Beta-Amyloid-Peptiden in Zusammenhang stehen. Dabei gibt es beispielsweise die Theorie, dass das Hirn während des Schlafens bestimmte Gegenmittel aussendet, die die Produktion der Beta-Amyloiden limitiert. Unklar ist allerdings noch, welcher Effekt zuerst auftritt. Ob also die Schlafstörungen zu einer erhöhten Konzentration führen oder ob die erhöhte Konzentration die Schlafstörungen verursacht. Erkenntnisse darüber würden helfen, den Entstehungsprozess der Krankheit zu verstehen und Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Die Forscher möchten daher die während des Schlafens im Gehirn ablaufenden Prozesse genauer unter die Lupe nehmen. Dazu wird eine Reihe von freiwilligen Probanden gesucht.

Schlafprobanden unterziehen sich einem MRT-Scan

Diese haben grundsätzlich eine vergleichsweise einfache Aufgabe – sie müssen lediglich zu Forschungszwecken einschlafen. Kompliziert wird die Angelegenheit allerdings durch die Tatsache, dass dies in einem MRT-Scanner passieren muss. Dieser ist nicht nur eher unbequem, sondern auch noch ziemlich laut. Die Forscher hoffen so aber, zu verstehen, wie das Gehirn während des Schlafens die Produktion von Beta-Amyloid-Peptiden kontrolliert. Einen anderen Ansatz wählten hingegen Forscher der Ludwig-Maximilian-Universität in München vor einiger Zeit. Diese entdeckten ein weiteres Amyloid, das wiederum das Beta-Amyloid in Schach hält. Sie erforschen seitdem, wie bei Alzheimer-Patienten die beiden Amyloide ein gesundes Gleichgewicht erreichen können.

Via: Popsci

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