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Amazon Pläne zeigen fliegendes Kaufhaus als Basis für Lieferdrohnen

Während sich der Rewe-Chef Alain Caparros Sorgen um Amazon Fresh als großer Konkurrent macht, tüftelt der Bezos-Online-Riese schon am nächsten großen Ding. Amazon hat in diesem Jahr bereits die erste Warenlieferung per Drohne durchgeführt. Nun geht es daran die ganze Sache zu intensivieren und zukunftsfähig zu machen. Neben Straßenlaternen und Kirchtürme, die als Lade- und Zwischenlandestationen fungieren sollen, plant Amazon auch ein riesiges fliegendes Kaufhaus als Drohnenbasis. Hierzu tauchte nun ein recht interessantes Patent auf.

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Große und mittelgroße Zeppeline verwalten die Lieferdrohnen

Die Lieferung von Waren per Drohne ist schon einmal geschafft und technisch nicht mehr das größte Problem. Vielmehr muss nun eine ausgeklügelte Infrastruktur her. Den Expertenprognosen zufolge, sollte die Lieferung per Drohne ja schon in diesem Jahr weit ausgerollt werden. Das lässt jedoch noch auf sich warten. Amazons „neuste“ Patentanmeldung aus 2016 zeigt allerdings ein komplettes Luftliefernetzwerk, welches neue Hoffnungen macht. Dabei ist unter anderem eine Art Mutterschiff zu erkennen, welches „Airborne Fulfillment Center“ (AFC) genannt wird. Dieses Zeppelin-artige Flugobjekt soll Waren und auch Drohnen transportieren und im Schnitt in 13 Kilometern Höhe schweben. Dabei übernimmt das AFC also die Aufgabe eines Flugzeugträgers.

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Amazon Lieferdrohne mit Flügel zum energiesparenden Segelflug (Skizze: Amazon)

Drohnen segeln energiesparend zum Lieferort

Flattert eine Bestellung über Amazon Prime Air ein, dann wird die Drohne mit der Ware bestückt und bereitet den Segelflug vor. Wie auf den Patent-Skizzen gut erkennbar ist, verfügen die Drohnen über Flügel. Sie gleiten sozusagen sanft zu Boden. Das hat den Vorteil, dass viel weniger Energie benötigt wird. Amazon umgeht dabei das bisher größte Manko moderner Drohnen, nämlich die geringe Flugzeit. Die Lieferdrohnen benötigen erst bei der Landung erstmalig Strom. Ist das Paket am Lieferort abgestellt, fliegt die Lieferdrohne wieder autonom zu einer Relais-Station. Hier treffen die Drohnen auf kleinere Transport-Zeppeline, die wiederum die Versorgung (Drohnen und Waren) der großen Mutterschiffe in 13 km Höhe sichern sollen. Die Shuttle sollen allerdings auch so groß sein, dass sogar Personal mit zum AFC genommen werden kann.

Amazon AFC Relais Station zur Versorgung der fliegenden Kaufhäuser (Skizze: Amazon)

Amazon AFC Relais Station zur Versorgung der fliegenden Kaufhäuser (Skizze: Amazon)

Sind die Shuttles mit zurückgekehrten Drohnen und neuer Waren und möglicherweise auch Personal bestückt, wird dann wieder zum AFC durchgestartet. Durch die Versorgung der gigantischen fliegenden Kaufhäuser, können diese besonders lang in der Luft verweilen und die Bestellungen abhandeln.

Amazon liefert hier ein durchaus sinnvolles und in Teilen auch schon heute realisierbares Konzept eines modernen Luftliefernetzwerkes. Die Lieferdrohnen fallen nahezu lautlos zu Boden und setzen ihre Ware ab. Danach geht es unverzüglich und schnell wieder in die Luft. Ein von vielen Kritikern, einschließlich mir, befürchtetes ständiges Herumschwirren tausender Drohnen würde somit schon einmal Einhalt geboten werden. Ob es jedoch jemals zu einer finalen Umsetzung des Patents kommt, steht auf einem anderen Blatt Papier. Bis dahin müssen sicher auch noch einige Gesetzeshürden überwunden werden. Spannend sind Amazons Ideen jedoch durchaus. In diesem Kontext dürften auch die Luftschiffe eine Renaissance erleben. Vorreiter wie das Unternehmen Lockheed Martin arbeiten seit geraumer Zeit bereits an neuen Giganten der Lüfte, die in Zukunft sogar komplette Häuser in abgelegene Gegenden transportieren sollen.

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