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Amazon stellt bestimmte Produkte nur für Prime-Mitglieder zur Verfügung

Seit es Amazon Prime gibt, hat sich das Versandunternehmen viel einfallen lassen, um die Zahl der Abonnenten für den kostenpflichtigen Premiumdienst zu erhöhen. Schnellerer Versand, Musik-Streaming, Video-Streaming, kostenloser Cloudspeicher, Same-Day-Delivery und viel mehr – die Liste ließe sich noch fortsetzen. Doch nun wird Amazon bei der Jagd nach Prime-Kunden aggressiver: Seit kurzem sind einige Produkte bei dem Online-Versandhaus für normale Kunden gesperrt und nur für Prime-Mitglieder zu haben.

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Amazon wird aggressiver

Bei einigen Produkten finden “normale” Amazon-Kunden nun die Anzeige “Exklusiv für Prime-Mitglieder”. Diese Produkte lassen sich nur in den Warenkorb legen und bestellen, wenn man ein kostenpflichtiges Prime-Abonnement hat. Es handelt sich also nicht um einen Zusatzservice für Prime-Mitglieder, sondern Amazon enthält den Kunden, die keine Prime-Kunden sind aktiv Produkte vor. Damit wird das Unternehmen deutlich aggressiver, wenn es darum geht, Kunden für den Prime-Service zu akquirieren.

Wie das bei den Kunden ankommen wird, bleibt abzuwarten. Amazon wird damit mehr und mehr zu einer Zweiklassengesellschaft oder einem Club, in den nur zahlenden Mitglieder Eintritt erhalten. Für Prime-Kunden verändert sich freilich wenig: Sie können weiterhin nach Herzenslust einkaufen, manche Produkte erhalten sie inzwischen sogar am gleichen Tag, an dem sie auch bestellt haben.

Ob es Amazon aber tatsächlich gelingen wird, so mehr Kunden zum Abschluss einer Prime-Mitgliedschaft zu überreden, bleibt abzuwarten. Schließlich betrifft die “Sperre” logischerweise nur den Vertrieb durch Amazon. Über den Marketplace können die Produkte daher auch weiter bezogen werden – nur eben von anderen Verkäufern.

Vorgehen ist rechtlich unbedenklich

Bisher sind nur wenige Produkte aufgetaucht, die dieser Beschränkung unterliegen. Es ist also auch noch nicht bekannt, welchen Ausmaß das Ganze annehmen wird. Amazon-Kunden sollten aber davon ausgehen, dass es sich bei den “gesperrten” Produkten vorrangig um beliebte Produkte handeln wird, denn nur so kann Amazon möglichst viele Kunden zum Abschluss einer Probe-Mitgliedschaft überreden.

Rein rechtlich betrachtet ist das Vorgehen des Versandunternehmens auf jeden Fall völlig in Ordnung. Amazon ist ein privates Unternehmen, der Abschluss von Kaufverträgen unterliegt daher den Grundsätzen der Privatautonomie. Das bedeutet, dass das Unternehmen frei wählen kann, mit wem es Verträge schließt und mit wem nicht. Ein Anspruch gegenüber Amazon bestünde nur, wenn das Unternehmen mit der Vorgehensweise gegen den Gleichheitsgrundsatz verstoßen würde, was eindeutig nicht der Fall ist.

Jedoch zeichnet sich hier eine bedenkliche Entwicklung ab. Amazon ist klar daran interessiert, so viele Kunden wie möglich zu Prime-Kunden zu konvertieren. Das mag auf den ersten Blick nicht allzu schlimm sein, schließlich kostet die Prime-Mitgliedschaft nicht besonders viel, insbesondere gemessen an den Vorteilen, die sie bietet. Allerdings arbeitet Amazon nun erstmals mit Repressalien gegenüber nicht-Prime-Mitgliedern statt mit Belohnungen für Prime-Mitglieder. Es bleibt zu hoffen, dass e sich um eine Ausnahme handelt.

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