Der Regenwald des Amazonas ist eine der am meisten abgeschotteten und geheimnisumwobenen Regionen der Welt. Er ist bei weitem noch nicht erforscht und weist eine Biodiversität auf, die Wissenschaftler immer wieder aufs Neue überrascht. In der sogenannten „Lunge der Erde“ lassen sich geschätzt bis zu 16.000 verschiedene Baumarten finden, von denen die meisten noch nicht katalogisiert sind. Bis alle Baumarten im Regenwald des Amazonas erfasst sind, werden nach einer neuen Studie noch etwa 300 Jahre vergehen.


Foto:  Aerial view of the Amazon Rainforest, CIFOR, Flickr, CC BY-SA 2.0
Foto: Aerial view of the Amazon Rainforest, CIFOR, Flickr, CC BY-SA 2.0

Biologische Vielfalt im Regenwald

Trotz der beeindruckenden Vegetationsvielfalt im Regenwald haben die einheimischen Völker ein beeindruckendes Wissen über die medizinischen Eigenschaften vieler der im Regenwald beheimateten Pflanzen angesammelt. Das ist vor allem deshalb beeindruckend, weil allein die große Vielfalt an unterschiedlichen Baumarten es nahezu unmöglich zu machen scheint, deren Eigenschaften allein durch die „Trial and Error“-Methode zu erschließen.

Aber auch die moderne Wissenschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, jede Pflanzenart im Regenwald zu erfassen und zu katalogisieren. Nachdem eine Gruppe Wissenschaftler Museumsunterlagen auf der ganzen Welt durchsucht hat, kam sie zu dem Ergebnis, dass seit 1707 530.025 Sammlungen im Regenwald durchgeführt wurden, bei der 11.676 verschiedene Baumarten in 1225 Gattungen und 140 Familien erfasst wurden.


Die meisten davon wurden im 20. Jahrhundert in der Zeit zwischen 1920 und 1980 entdeckt, ein Zeitraum, in der besonders viele Expeditionen in den Regenwald unternommen wurden. In den letzten zwei Jahrzehnten hat die Zahl der neu entdeckten Arten stark abgenommen, was unter anderem daran liegt, dass es von vielen der Baumarten im Amazonas nur etwa eine Millionen Exemplare gibt, was es deutlich schwieriger macht, sie überhaupt erst zu finden.

4500 unentdeckte Baumarten

Zu der Schätzung von 16.000 verschiedenen Baumarten im Amazonas-Gebiet kamen die Forscher über eine Hochrechnung der entdeckten Baumarten per Hektar Land. Sie sind daher recht zuversichtlich, dass diese Schätzung ziemlich genau ist.

Das würde bedeuten, dass noch etwa 4.500 Baumarten im Regenwald nicht entdeckt wurden. Die Forscher rechneten aus, das weitere 4,5 Millionen Sammlungen durchgeführt werden müssen, bis jede Baumart entdeckt wurde. Momentan werden etwa 13.500 Sammlungen pro Jahr durchgeführt, was bedeuten würde, dass noch etwa 300 Jahre vergehen werden, bis alle Baumarten im Amazonas-Gebiet entdeckt sind.

Die Autoren der Studie warnen in der Zeitschrift Scientific Reports aber auch deutlich davor, dass die Abholzung im Regenwald wahrscheinlich zum Aussterben einiger der noch nicht entdeckten Spezies führen wird, bevor diese überhaupt katalogisiert werden können und mahnen an, dass es eine Vielzahl Gründe für die Menschheit gäbe, mit dem Lebensraum Regenwald sorgsam umzugehen.

via IFLScience

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