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Amerikanischen Forschern gelingt ein wichtiger Beitrag zur Heilung von Typ-1-Diabetes

Diabetes ist in westlichen Nationen inzwischen zu einer Art Volkskrankheit geworden. In Deutschland sind 8,9 Prozent der Gesamtbevölkerung wegen einer Diabeteserkrankung in Behandlung. Umso wichtiger ist, dass weiter an der Heilung der Krankheit geforscht wird. Wissenschaftlern aus den USA ist nun ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Heilung von Diabetes Typ 1 gelungen.

Diabetes typ 1

Was ist der Unterschied zwischen Diabetes Typ 1 und Typ 2?

Diabetes bezeichnet eine Gruppe von Stoffwechselstörungen, deren Leitbefund eine Überzuckerung des Blutes ist. Es gibt mehrere Formen von Diabetes, am häufigsten vertreten sind jedoch Diabetes Typ 1 und Typ 2.

Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunkrankheit. Das körpereigene Immunsystem greift im Rahmen einer Entzündungsreaktion die insulinproduzierenden ß-Zellen der Bauchspeicheldrüse an und zerstört diese. Daraus ergibt sich ein Insulinmangel, der zur Überzuckerung des Blutes führt. Patienten mit Diabetes Typ 1 leiden unter starkem Gewichtsverlust, im Extremfall kann sich ein lebensbedrohliches Krankheitsbild entwickeln.

Bei Diabetes Typ 2 ist genug Insulin im Körper des Patienten vorhanden, aber es kann an den Zellmembranen nicht richtig wirken. Man spricht von einer sogenannten Insulinresistenz. Früher aufgrund des Auftretens bei älteren Menschen als “Altersdiabetes” bezeichnet, findet man diese Form der Diabetes heute auch zunehmend bei jüngeren Patienten. Die Symptome sind nicht so dramatisch wie bei Diabetes Typ 1, sollten aber dennoch ernst genommen werden. Unter anderem leiden die Patienten unter Schwäche, Sehstörungen und erhöhter Infektionsgefahr.

Immunzellen beinhalten den Schlüssel zur Heilung von Diabetes Typ 1

Da es sich bei Diabetes Typ 1 um eine Autoimmunkrankheit handelt, liegt der Schlüssel zur Heilung der Krankheit im Immunsystem begraben. Zwei Typen von T-Zellen, die für den Angriff auf die ß-Zellen der Bauchspeicheldrüse verantwortlich sind, wurden bereits identifiziert.

Forscher von der St. Louis University haben nun eine andere Zelle namens TH17 als für die Pathogenese von Diabetes Typ 1 identifiziert. Das Forscherteam hofft, dass diese Zelle den Schlüssel zur Heilung der Krankheit birgt. Sie fanden heraus, dass die TH17-Zellen in ihrer Entwicklung maßgeblich von zwei Rezeptoren abhängig sind. Die Wissenschaftler entwickelten ein Mittel, das diese Rezeptoren blockiert und so die Entwicklung der Zelle verhindert. Auf diese Weise konnte in Versuchen mit Mäusen das Auftreten von Diabetes Typ 1 verhindert werden.

“None of the animals on the treatment developed diabetes even when we started treatment after significant beta cell damage had already occured. We believe this type of treatment would slow the progression of type I diabetes in people or potentially even eliminate the need for insulin therapy”, erklärt Thomas Burris, der das Institut für pharmakologische und physiologische Wissenschaft an der SLU leitet.

Bis zur Heilung ist es noch ein langer Weg

Bisher gibt es keine Methode zur Heilung von Diabetes Typ 1. lediglich die Symptome können behandelt werden, indem dss im Körper fehlende Insulin mittels Injektionen ersetzt wird. Das Team der SLU könnte jedoch ein Mittel entdeckt haben, um die Krankheit gar nicht erst auftreten zu lassen. Bis zur tatsächlichen Heilung der Krankheit ist es allerdings noch ein weiter Weg. Die Rolle der TH17-Zellen im menschlichen Immunsystem ist noch nicht ausreichend erforscht. Erst dann wären Studien an menschlichen Probanden denkbar.

 

 

Foto: aldenchadwick (CC BY 2.0)

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