Die schlimmste Phase der Ebola-Epidemie in Westafrika scheint vorüber zu sein. Zwar kommt es noch immer zu Neuansteckungen, doch die Lage scheint Dank der internationalen Hilfseinsätze unter Kontrolle zu sein. Eine Untersuchung der Weltbank rückt nun allerdings ein aus der Epidemie resultierendes Problem in den Vordergrund: Medizinisches Fachpersonal ist unter den Ebola-Toten überproportional häufig vertreten. Dies wiederum führt dazu, dass diese Expertise nun bei der Bekämpfung anderer Krankheiten fehlt. So gehen die Experten davon aus, dass es alleine durch Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt zu rund 4000 zusätzlichen Todesfällen kommen wird.


Ebola
Bild: Ärzte ohne Grenzen

Mehr als acht Prozent der Fachkräfte fehlen

„Der Verlust an medizinischem Personal durch Ebola könnte die Müttersterblichkeitsrate auf Höhen steigen lassen, die wir in diesen Ländern zuletzt vor fünfzehn bis zwanzig Jahren gesehen haben“, erläutert Markus Goldstein, Co-Autor der Studie, den Befund. So liege der Anteil der Ebola-Toten an der Gesamtbevölkerung in Liberia beispielsweise bei rund 0,1 Prozent. Beim medizinischen Personal hat das Virus allerdings deutlich stärkere Lücken gerissen: Mehr als acht Prozent der Fachkräfte starben demnach an Ebola. Die ohnehin nicht besonders ausgeprägten Gesundheitssysteme der betroffenen Länder können diese Verluste nicht kompensieren.

Weltbank fordert Engagement der internationalen Gemeinschaft

„Ebola hat die ohnehin sehr fragilen Gesundheitssysteme in diesen Ländern geschwächt“, erklärt David Evans, ein weiterer Co-Autor der Studie. Er verbindet diese Erkenntnis zudem mit einem dringenden Appell: „Ebolas verheerende Auswirkungen sollten der Katalysator sein, um die Gesundheitssysteme weit über das Niveau vor Ebola hinaus zu stärken“. Als Sofortmaßnahme werden dem Bericht zufolge 240 medizinische Fachkräfte in den drei am stärksten betroffenen Ländern – Guinea, Sierra Leone und Liberia – benötigt. Tim Evans, Direktor für Gesundheit, Ernährung und Bevölkerung bei der Weltbankt, fordert zudem ein verstärktes Engagement der Weltbevölkerung bei der Ausbildung von medizinischem Personal.


Via: Medicalxpress

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