Home » Gesundheit » ANGPTL4: Genmutation reduziert das Risiko eines Herzinfarkts

ANGPTL4: Genmutation reduziert das Risiko eines Herzinfarkts

Die Wissenschaft hat in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Risikofaktoren für einen Herzinfarkt identifiziert. Klar ist: Zu wenig Bewegung und eine unausgewogene Ernährung erhöhen das Risiko. Aber auch genetische Faktoren können eine Rolle spielen. Dabei ist nun das Gen ANGPTL4 in das Blickfeld der Forschungswelt geraten. In einer breit angelegten Studie, stellten die Wissenschaftler dabei fest, dass bei Personen, die eine Mutation an diesem Gen besaßen, die Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarkts rund fünfzig Prozent niedriger lag als bei vergleichbaren Personen ohne Mutation. Warum dies so ist, ist noch nicht ganz klar. Die Kontrolle des Triglyceridwertes im Blut scheint dabei aber eine wichtige Rolle zu spielen.

By Bryan Brandenburg (http://bryanbrandenburg.net/wikpedia-heart-3d//) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

By Bryan Brandenburg (http://bryanbrandenburg.net/wikpedia-heart-3d//) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Das Enzym Lipoproteinlipase sorgt für den Abbau des Fettes

Dabei handelt es sich um ein Blutfett – ähnlich wie bei Cholesterin kann ein erhöhter Wert hier auf lange Sicht zu Herzproblemen führen. Abgebaut werden die Triglyceride durch das Enzym Lipoproteinlipase (LPL). Genau hier kommt dann das bereits erwähnte Gen ANGPTL4 ins Spiel. Dieses bindet einen Teil der Enzyme und hemmt so den Abbau der Triglyceride. Durch die Mutation wurde dieser Effekt aber ausgeschaltet, was zu einem besseren Blutbild der Probanden führte und das Risiko eines Herzinfarkts sinken ließ. Für die Forschung bringt dies zwei Erkenntnisse mit sich: Erstens scheinen die Triglyceride bei der Entwicklung von Herzproblemen eine größere Rolle zu spielen als gedacht.

Medikamente könnten beim Gen ANGPTL4 ansetzen

Und zweitens könnte das Gen ANGPTL4 bei der Prävention eine wichtige Rolle spielen. Denn soweit bisher bekannt, wird das Gen nicht wirklich benötigt. Theoretisch wäre es also denkbar, es medikamentös auszuschalten und so den Triglyceridwert im Blut auf natürliche Art und Weise zu senken. Allerdings haben Gene oft Wechselwirkungen, die auf den ersten Blick nicht erkennbar sind. Die exakte Funktion des Gens ANGPTL4 beim Menschen muss daher zunächst noch genauer untersucht werden. Die Wissenschaftler sind aber zuversichtlich bald ein Medikament entwickeln zu können, dass für eine ausreichende Menge an LPL-Enzymen im Blut sorgt.

Via: Popsci

Jetzt einen Kommentar zum Thema schreiben

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht! Pflichtfelder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>