In Deutschland hat die Angst vor einer Atomkatastrophe wie im japanischen Fukushima letztlich dafür gesorgt, dass der Zeitplan für die ohnehin geplante Abschaltung aller Atomkraftwerke deutlich verkürzt wurde. Ein sofortiger Ausstieg war allerdings kein Thema – ebenso wenig wie in den meisten Nachbarländern. So will Belgien seine beiden im Betrieb befindlichen Atomkraftwerke erst im Jahr 2025 abschalten.


Im Falle eine Unfalls könnte dies auch für deutsche Gebiete zum Problem werden. Denn radioaktive Wolken lassen sich von Ländergrenzen nicht beeindrucken. Besonders kritisch ist die Situation in der Region rund um Aachen. Denn nur rund 57 Kilometer entfernt liegt das belgische Atomkraftwerk Tiange – was sich in den letzten Jahren einen Ruf als Pannenreaktor erarbeitet hat.

Foto: Michielverbeek [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Mikrorisse in der Reaktorhülle sorgen für Bedenken in der Bevölkerung

So wurden im Jahr 2012 tausende kleine Risse im Reaktorbehälter entdeckt. Drei Jahre später kam noch einmal eine vierstellige Zahl hinzu. Insgesamt wurden in den drei Kraftwerksblöcken inzwischen 3150 Mikrorisse registriert. Der Betreiber und die belgischen Behörden versichern zwar, dass keine Gefahr für die Bevölkerung besteht. Doch nicht alle Atomexperten teilen diese Einschätzung uneingeschränkt. Und auch die Einwohner im deutsch-belgischen Grenzgebiet glauben den Beteuerungen nur bedingt: Seit mehreren Jahren gibt es grenzüberschreitende Proteste gegen das Atomkraftwerk. Die Behörden in der Region Aachen haben nun zudem eine besondere Vorsichtsmaßnahme ergriffen: Sie verteilten Jodtabletten an die Bevölkerung. Im Ernstfall sollen diese verhindern, dass die Schilddrüse radioaktives Jod aufnimmt.

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Zuletzt aktualisiert am 18.11.2017

Im Notfall sollen die Jodtabletten Schilddrüsenkrebs verhindern

Eigentlich werden die Tabletten in Deutschland zentral gelagert und erst im Katastrophenfall verteilt. Doch die Einwohner in der Region Aachen bezweifelten, dass dies im Notfall schnell genug gelingen kann. Deshalb kauften viele privat in der Apotheke Jodtabletten. Die Behörden in der Grenzregion stellten zudem den Antrag, die staatlichen Vorräte bereits jetzt verteilen zu dürfen. Diesem Ansinnen wurde stattgegeben. Inzwischen haben bereits 40.000 Haushalte von der Möglichkeit gebraucht gemacht. Da ein Haushalt auch mehrere Personen umfassen kann, dürften insgesamt mehr als 100.000 Menschen von der Aktion profitiert haben. Weitere Tabletten können zudem noch bis zum 30. November bei den Behörden abgeholt werden.


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