Die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten war für die meisten politischen Beobachter eine große Überraschung. Während des Wahlkampfes punktete der Milliardär dabei immer wieder mit dem Versprechen, Produktionsjobs in die USA zurückzuholen. Wie genau er dies anstellen möchte, blieb zwar etwas vage – er dürfte dabei aber vor allem auf Schutzzölle setzen. Wie die japanische Zeitung Nikkei berichtet, hat der in Kalifornien beheimatete Technologiekonzern Apple jedenfalls nun bereits einmal durchgerechnet, was eine solche Produktionsverlagerung in die Vereinigten Staaten kosten würde. Das Ergebnis: Die Produktionskosten würden sich mehr als verdoppeln. Außerdem fehlt in den USA ein enges Netz an Zulieferern, sodass die Herstellung des iPhones wohl auch trotz der Zölle in Asien günstiger sein dürfte.


iPhone 6S Gehaeuse

Jährlich produzieren die Zulieferer rund 200 Millionen iPhones

Apple selbst produziert allerdings auch gar keine iPhones. Vielmehr wird diese Aufgabe von den Firmen Foxconn und Pegatron übernommen. Der kalifornische Konzern bat die beiden Unternehmen daher, zu prüfen, inwieweit sich eine Produktionsverlagerung in die USA realisieren ließe. Besonders begeistert waren die beiden Zulieferer davon allerdings nicht. Pegatron legte aus Kostengründen erst gar keine detaillierte Einschätzung vor, während Foxconn sich deutlich ablehnend äußerte. Bei beiden Unternehmen ist Apple mit seinen rund 200 Millionen iPhones jährlich allerdings der mit Abstand größte Kunde. Im Zweifel dürften die Zulieferer also den Wünschen des kalifornischen Konzerns folgen.


Die zunehmende Automatisierung könnte die Kosten senken

Bisher hat Apple allerdings noch keine konkrete Entscheidung getroffen. Vielmehr scheint der Konzern abzuwarten, welche Maßnahmen die Trump-Administration tatsächlich ergreifen wird – und wie sich diese auf die Kostenkalkulation der Produktion auswirken. Langfristig könnte allerdings die zunehmende Automatisierung dafür sorgen, dass sich die Kostenunterschiede ohnehin von ganz alleine angleichen. Denn je mehr Aufgaben von Robotern übernommen werden, desto geringer wird die Bedeutung der Lohnkosten. Aus diesem Grund kaufte beispielsweise der Elektroautohersteller Tesla vor kurzem den deutschen Anlagebauer Grohmann Engineering. Auch Apple entwickelt immer wieder Roboter, die bestimmte Arbeiten übernehmen. So recycelt der Roboter Liam beispielsweise jährlich rund 1,2 Millionen iPhones – und zwar bereits in den Vereinigten Staaten.

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