Obwohl die Wirtschaftslage in Deutschland als stabil und sogar gut eingestuft wird, gelten viele Menschen als arm. In Zusammenarbeit mit anderen Verbänden, hat der Paritätische Wohlfahrtsverband jüngst den Armutsbericht 2016 veröffentlicht. Im Vergleich zu 2014 hat sich die Armutsquote in Deutschland kaum verändert. Obwohl Rekordbeschäftigung vorherrscht, sind die Niedriglöhne in den letzten Jahren kaum gestiegen. Eine Zunahme verzeichneten jedoch diejenigen, die ohnehin schon überdurchschnittlich viel verdient haben. 15 Prozent der Bevölkerung gilt hierzulande als arm.


Bargeld
Ökonom fordert Abschaffung von Bargeld Foto: Michael Kammler

In NRW ist jeder Fünfte arm

Nur weil die Prozentzahl der Armutsquote konstant geblieben ist, sehen die Herausgeber des Berichts keinesfalls einen Grund für Entwarnung. Im Gegenteil es wird ein strikter Kurswechsel von der Bundesregierung gefordert. Dabei sollte den Hauptrisikogruppen, die in Armut leben, geholfen werden. Dem Bericht nach teilen sich die Gruppierungen in folgende Untergruppen auf. Neben Arbeitslosen, Alleinerziehenden und Kindern, gesellen sich nun auch erstmalig Rentner dazu.

  • Arbeitslose (58 Prozent)
  • Alleinerziehende (42 Prozent)
  • Kinder (19 Prozent)
  • Rentner (16 Prozent)

Bei Betrachtung der einzelnen Trends, die von Bundesland zu Bundesland entsprechend variieren, kann festgestellt werden, dass die Armutsquote in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern leicht gesunken ist. Ein Anstieg ist dagegen in Nordrhein-Westfalen sichtbar. In diesem Bundesland ist dem aktuellen Armutsbericht zufolge jeder fünfte Mensch von Armut bedroht.


Erstmalig hat das Ruhrgebiet mit seinen über fünf Millionen Einwohnern die 20-Prozent-Marke erreicht. Jeder fünfte Einwohner dieses größten Ballungsraums Deutschlands muss zu den Armen gezählt werden; ein Wert wie in Berlin. Nur dass dort „lediglich“ 3,5 Millionen Menschen leben., heißt es unter anderem.

Arm bei weniger als 60 Prozent des mittleren gesellschaftlichen Einkommens

Ab wann ein Mensch arm ist, wurde vor einiger Zeit recht schwammig definiert. Die einzelnen Kriterien sind dabei sehr umstritten. Dem Armutsbericht liegt die von der Europäischen Union geprägte Definition zugrunde. Hiernach gelten Menschen als arm, wenn diese über weniger als 60 Prozent des mittleren gesellschaftlichen Einkommens verfügen. 2014 entsprachen das bei einem Einpersonen-Haushalt 917 Euro pro Monat. Eine vierköpfige Familie lebt bei einem monatlichen Einkommen von 1.926 Euro an der Armutsschwelle. Terror, Armut und der Klimawandel zählen einer aktuellen globalen Umfrage zu den größten Ängsten der Menschen.

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