Arrival: Die Royal Mail nimmt die ersten Elektrotransporter in Betrieb

Die Geschichte der britischen Royal Mail reicht zurück bis in das Jahr 1516. Doch trotz dieser langen Historie hat die altehrwürdige Institution nicht den Blick für Innovationen verloren. Dies zeigt sich ganz aktuell an einer Zusammenarbeit mit der Firma Arrival. Diese firmierte früher unter dem Namen Charge Auto und hat einen Elektro-Lastwagen entwickelt, der aus modularen Bauteilen besteht und innerhalb von vier Stunden montiert werden kann. Das staatliche britische Postunternehmen wird diese Neuentwicklung nun in ihr Verteilnetz integrieren. Die Transporter mit Elektroantrieb sollen vor allem genutzt werden, um die Sendungen zwischen verschiedenen Verteilzentren hin und her zu transportieren. In den nächsten Monaten soll getestet werden, ob die Fahrzeuge diese Aufgabe erfüllen können.

Der innovative Lieferwagen hat bereits das typische Design der Royal Mail erhalten. © Royal Mail Truck by Arrival

Wenig Ausfallzeiten und eine Reichweite von mehr als 160 Kilometern

Die modulare Bauweise bringt zwei Vorteile mit sich. So ist die Produktion einfach und nicht sehr arbeitsintensiv. Geplant ist, dass später einmal lediglich zehn Mitarbeiter benötigt werden, um jährlich 10.000 Elektro-Lieferwagen zu bauen. Außerdem kann im Falle eines Defekts einfach ein Modulteil ausgetauscht werden – was nur rund fünfzehn Minuten in Anspruch nimmt. Auf diese Weise sollen die Ausfallzeiten der Fahrzeuge so gering wie möglich gehalten werden. Aufgeladen werden muss die Batterie allerdings dennoch regelmäßig. Zuvor sollen die Lieferwagen aber immerhin 160 Kilometer im reinen Elektromodus fahren können. Außerdem steht ein dualer Antrieb zur Verfügung, der die Reichweite noch einmal erhöhen kann.

Das großflächige Fenster soll Unfälle mit Radfahrern und Fußgängern verhindern

Die vergleichsweise große Reichweite ist auch möglich, weil das Fahrzeug selbst sehr leicht ist. Es wiegt lediglich vier Tonnen. Der Vorteil liegt auf der Hand: Bei weniger Gewicht wird auch weniger Energie für den Antrieb benötigt. Die Entwickler haben zudem auf ein besonderes Detail geachtet. Ein großes Fenster bis in den Seitenbereich hinein soll dem Fahrer einen direkten Blick in alle Richtungen ermöglichen. Diese Bauweise hat einen ernsten Hintergrund: Lieferfahrzeuge sind für überdurchschnittlich viele tödliche Verkehrsunfälle in London verantwortlich. Ab dem Jahr 2020 sollen daher die ersten Fahrzeuge mit zu wenig Sicht für den Fahrer aus dem Verkehr gezogen werden. Der E-Lieferwagen von Arrival erreicht in diesem Punkt allerdings die Höchstnote.

Via: Treehugger