Ganz im Osten Russlands, im Grenzgebiet zu China, leben verschiedene große Wildkatzen. Die bekanntesten Arten sind dabei der sibirische Tiger und der Amurleopard. Lange Zeit lebten die Tiere dabei in mehr oder weniger friedlicher Nachbarschaft mit den Menschen in dem dünn besiedelten Gebiet. Doch vor rund fünfzehn Jahren änderte sich dies: Auf der chinesischen Seite der Grenze entstand damals eine Großstadt, die per Highway mit dem russischen Hafen in Wladiwostok verbunden wurde. Die Globalisierung und der Boom in China sorgten dann dafür, dass der vierspurige Highway zu einer vielbefahrenen Straße wurde – und so den Lebensraum der Wildkatzen durchtrennte. Immer wieder kam es auch zu Unfällen zwischen Lastern und den Tieren.


Ein Amurleopard im Zoo von Pittsburgh. Foto: By Photo by Derek Ramsey (Ram-Man) (Own work) [GFDL 1.2 (http://www.gnu.org/licenses/old-licenses/fdl-1.2.html) or CC BY-SA 2.5-2.0-1.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5-2.0-1.0)], via Wikimedia Commons
Ein Amurleopard im Zoo von Pittsburgh. Foto: By Photo by Derek Ramsey (Ram-Man) (Own work) [GFDL 1.2 (http://www.gnu.org/licenses/old-licenses/fdl-1.2.html), via Wikimedia Commons

Der Chef der Präsidialverwaltung sorgte für die Umsetzung des Projekts

Abhilfe schaffen soll nun ein rund 600 Meter langer Tunnel, der unter dem so genannten Narvinskii Pass entlang führt. Dieser gilt als eine wichtige Route auf den Wanderungen der Wildkatzen – wurde durch die neue Schnellstraße aber zu einem Nadelöhr. Der Tunnel soll den Tieren nun helfen, die Verkehrsströme zu umgehen und dann ihre Wanderung ungestört fortzusetzen. Umweltschützer vor Ort gehen dabei davon aus, dass es der Chef der russischen Präsidialverwaltung, Sergei Iwanow, persönlich war, der für eine Umsetzung des Artenschutzprojekts sorgte. Es ist die erste verkehrsbauliche Maßnahme zum Schutz von Wildkatzen in Russland überhaupt.

Auf beiden Seiten der Grenze leben noch etwa achtzig Amurleoparden

Schutz haben die Wildkatzen dabei in der Tat nötig. Anfang dieses Jahrzehnts gingen die Wissenschaftler beispielsweise davon aus, dass in dem Gebiet lediglich noch dreißig Amurleoparden beheimatet waren. Inzwischen allerdings hat sich die Zahl wieder erhöht – wobei unklar ist, ob es tatsächlich mehr Tiere gibt oder nur die Beobachtungsmethoden verbessert wurden. Chineische und russische Experten gehen inzwischen davon aus, dass auf beiden Seiten der Grenze noch rund achtzig Amurleoparden leben. Der nun gebaute Tunnel soll dabei helfen, diese Zahl zumindest konstant zu halten und im Idealfall sogar noch zu erhöhen. Ob ähnliche Baumaßnahmen auch an anderen Stellen geplant sind, ist bisher nicht bekannt.


Via: Take Part

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