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Atemnot: Schlauer Algorithmus soll Notärzten bei der Diagnose helfen

Notärzte und Rettungssanitäter, die zu einem Patienten mit akuter Atemnot gerufen werden, haben oft ein Problem: Die Symptome sind zwar offensichtlich, können aber sowohl von einem Herzversagen, als auch von einer Fehlfunktion der Lunge stammen. Erst weitere Informationen über mögliche Vorerkrankungen oder vorhergehende Probleme können die genaue Diagnose sichern. Gerade bei älteren Menschen sind diese Informationen aber nicht immer einfach zu bekommen. Für die Behandlung des Patienten ist es aber logischerweise von entscheidender Bedeutung, wo genau die Ursache der Atemnot liegt.

Atemnot

Bild: Atemnot-Algorithmus; Christine Daniloff/MIT

Test im Krankenhaus dauert bisher eine Stunde

Bisher waren die Ärzte vor Ort dabei mehr oder weniger auf sich allein gestellt. In einem Krankenhaus dauert es rund eine Stunde bis ein exaktes Testergebnis vorliegt und die genaue Ursache benannt werden kann. Notärzte haben diese Zeit oftmals nicht. Deswegen werden Patienten teilweise gegen beide möglichen Ursachen behandelt – was aber natürlich auch riskant ist, weil man nicht genau weiß, wie der bereits angeschlagene Körper auf die nicht notwendigen Medikamente reagiert.

Kohlenstoffdioxidgehalt im Atem kann schneller Aufschluss geben

Forscher des „Massachusetts Institute of Technology“ haben sich nun dieses Problems angenommen und dabei ein bereits gebräuchliches Messgerät mit neuen Funktionen ausgestattet. Ein Kapnograph misst den Gehalt an Kohlenstoffdioxid im Atem und wurde ursprünglich in der Medizin eingesetzt, um bei der Verlegung eines Atemschlauches zu schauen, ob auch tatsächlich die Luftröhre getroffen wurde. Inzwischen kommen Kapnographen beispielsweise auch bei der Überwachung von Patienten unter Narkose zum Einsatz. Die Wissenschaftler des MIT haben nun festgestellt, dass die Daten des Kapnograph sich unterscheiden – je nach dem, ob ein Proband gesund ist oder unter Herz- oder Lungenstörungen leidet.

Mit Hilfe eines speziell zur Analyse der Daten entwickelten Algorithmus, ist es den Forschern gelungen, ein vergleichsweise zuverlässiges Diagnosetool für Patienten mit Atemnot zu entwickeln. Bedenkt man, dass sich Notärzte bisher oftmals alleine auf ihre Erfahrung und Intuition verlassen mussten, kann ein wenig technische Unterstützung vor Ort nicht schaden.

Quelle: MIT

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