Kalifornien ist zwar nur ein Bundesstaat der USA, besitzt aber eine gewaltige wirtschaftliche Kraft: Im Falle einer Unabhängigkeit würde es sich um die achtgrößte Wirtschaftsmacht der Welt handeln – knapp hinter Italien. Lange Zeit wurde ein Teil der dafür benötigten Energie durch Atomkraftwerke gewonnen. Inzwischen ist allerdings nur noch der Atommeiler Diablo Canyon in Betrieb. Eine Vereinbarung zwischen dem Betreiber Pacific Gas & Electric Co. und verschiedenen Umweltorganisationen sieht nun vor, die Anlage im Jahr 2025 endgültig abzuschalten. Von da an sollen Erneuerbare Energien den Anteil am Energiemix übernehmen, der bisher von der Atomkraft stammte – immerhin rund neun Prozent des kalifornischen Energiebedarfs.


Foto: Doc Searls from Santa Barbara, USA (2007_04_24_sba-sfo-lhr_048.JPG) [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons
Foto: Doc Searls from Santa Barbara, USA (2007_04_24_sba-sfo-lhr_048.JPG) [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

Die Atomkraft soll nicht durch fossile Energieträger ersetzt werden

Mit dieser Regelung soll ein Dilemma vermieden werden. Denn als im Jahr 2013 im Süden Kaliforniens das Atomkraftwerk San Onofre vom Netz genommen wurde, wurde es teilweise durch Gaskraftwerke ersetzt – die Klimaemissionen nahmen also zu. Durch rechtzeitige Investitionen in Sonnenenergie, Windkraft und Wasserkraft soll ein solches Szenario diesmal umgangen werden. Damit die Vereinbarung auch tatsächlich umgesetzt werden kann, muss allerdings noch Kaliforniens Public Utilities Commission zustimmen. Das Atomkraftwerk Diablo Canyon steht bereits seit der Inbetriebnahme im Jahr 1985 in der Kritik. Konkret ging es dabei vor allem um zwei Punkte: Erstens liegt der Atommeiler in einem Erdbebengebiet und zweitens wird zur Kühlung Meerwasser verwendet – was für die Tiere im Wasser oftmals tödlich ist.

Die Abschaltung dürfte auch wirtschaftliche Gründe haben

Theoretisch hätte sich die Pacific Gas & Electric Co. die Betriebserlaubnis allerdings wohl dennoch problemlos noch einmal bis zum Jahr 2045 verlängern lassen können. Die Entscheidung, den Meiler dennoch abzuschalten, dürfte vor allem wirtschaftliche Gründe haben: Zum einen sind die Energiepreise in den Vereinigten Staaten aufgrund des Fracking-Booms stark gesunken. Konventionelle Kraftwerke machen also weniger Gewinn als früher. Zum anderen hat Kalifornien in den letzten Jahren massiv in Erneuerbare Energien investiert – während die Nachfrage nach Energie in etwa konstant blieb. Auf diese Weise wäre die Atomkraft wohl ohnehin langfristig aus dem Markt gedrängt worden.


Via: Vox.com

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