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Auch Australien sucht nach einem Endlager für Atommüll

Australien besitzt ein gespaltenes Verhältnis zur Atomkraft. Einerseits gehört das Land zu den größten Uranexporteuren der Welt. Viele Kernkraftwerke weltweit könnten ohne den australischen Rohstoff nicht weiterlaufen. Andererseits hat Australien selbst allerdings nie einen Atomreaktor gebaut. In der Forschung und insbesondere in der Nuklearmedizin sind im Laufe der Jahre aber dennoch atomare Abfälle angefallen. Ursprünglich war geplant, das Material in einem abgelegenen Gebiet im Norden des Kontinents zu lagern. Doch die australischen Ureinwohner konnten dies verhindern. Nun hat die Regierung eine Liste mit sechs potentiellen neuen Standorten veröffentlicht. Diese sollen in den nächsten Jahren näher untersucht werden.

Nicht mehr genutzte Uranmine in Australien. Foto: By Geomartin (Own work) [CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

Nicht mehr genutzte Uranmine in Australien. Foto: By Geomartin (Own work) [CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

Der Müll füllt in etwa zwei Schwimmbecken

Verglichen mit Deutschland ist das australische Atommüllproblem allerdings vergleichsweise klein. So handelt es sich lediglich um Abfälle mit schwacher und mittlerer Strahlung. Auch die Gesamtmenge scheint überschaubar zu sein: Nach Angaben des australischen Rohstoffministers Josh Frydenberg könnte man mit den Abfällen in etwa zwei olympische Schwimmbecken füllen. Zudem ist Australien vergleichsweise dünn besiedelt. Dass die Lagerung dennoch solche Diskussionen auslöst und seit mehreren Jahren ungeklärt ist, zeigt wie sensibel das Thema ist. Die australische Regierung hat jedenfalls bereits angekündigt, dass nicht nur der Landbesitzer selbst Geld für die Lagerung erhalten wird, sondern auch bis zu sieben Millionen Dollar für Projekte in der Region zur Verfügung stehen.

Greenpeace warnt vor der geplanten Lagerstätte

Alle sechs vorgeschlagenen Lagerstätten befinden sich zwar in bewohntem Gebiet, sind aber weit weg von den bekannten Millionenmetropolen des Landes. Greenpeace Australia Pacific warnt zudem bereits davor, dass das dünn besiedelte Australien auch für andere Länder als Atommülldeponie interessant sein könnte. Schon die Einrichtung einer Lagerstätte sei eine klare Einladung an andere Länder, so die Organisation. Ganz ohne historische Vorläufer wäre eine solche Vereinbarung nicht. In den 1950er Jahren führte die britische Armee mit Erlaubnis der australischen Regierung Atomwaffentests in nicht besiedelten Gebieten des Kontinents durch.

Via: Phys.org

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