Auch China will zukünftig Autos mit Verbrennungsmotor verbieten

Es scheint aktuell so etwas wie eine weltweite Bewegung zu sein. Sie reicht von Norwegen über Frankreich und die Niederlande bis hin zu Großbritannien – alle diese Länder kündigten bereits ein Verbot für Autos mit Verbrennungsmotor an. Der Zeitplan fällt aber teilweise sehr unterschiedlich aus. So hat Norwegen das Jahr 2025 als Zielmarke gesetzt, während Frankreich das Jahr 2040 propagiert. Innerhalb Großbritanniens gibt es sogar Streit über das genaue Enddatum für Diesel und Benziner: Die Zentralregierung setzt auf das Jahr 2040, Schottland hingegen will bereits ab dem Jahr 2032 keine Verbrennungsmotoren mehr erlauben. Nun hat auch die chinesische Regierung eine entsprechende Ankündigung gemacht – bisher allerdings noch auf die Nennung eines konkreten Datums verzichtet.

Tesla dürfte sich über die Ankündigung der chinesischen Regierung freuen. Das Unternehmen will in Shanghai eine eigene Fabrik eröffnen. Foto: Elon Musk

Der größte Automarkt der Welt wechselt zur Elektromobilität

Dennoch handelt es sich um eine Nachricht von enormer Bedeutung. Denn China ist der mit Abstand größte Automarkt der Welt. Im vergangenen Jahr wurden dort 28 Millionen Fahrzeuge gebaut – was in etwa einem Drittel der weltweiten Produktion entspricht. Schon seit längerem ist aber bekannt, dass die chinesische Führung den Bau von Elektroautos fördern möchte – zunächst allerdings durch entsprechende Produktionsquoten. Nun erklärte der stellvertretende Wirtschaftsminister Xin Guobin, dass das Ministerium für Industrie und Informationstechnik bereits an einem Zeitplan für das Verbot des Verbrennungsmotors arbeitet. Aus chinesischer Sicht gibt es mehrere gute Gründe für einen solchen Schritt.

Die chinesischen Hersteller haben ihre Stärken ohnehin bei Elektroautos

Zum einen verbessert sich die Klimabilanz des Landes. Außerdem sinkt die Abhängigkeit von Ölimporten. Auch die Luftverschmutzung in den Großstädten sollte sich massiv reduzieren. Und nicht zuletzt gibt es auch eine wirtschaftliche Komponente: Der Markt für klassische Autos mit Verbrennungsmotor wird von ausländischen Firmen dominiert – allen voran Volkswagen. Die chinesischen Hersteller haben ihre Stärken hingegen eher bei Elektroautos. Sie würden von einer gesetzlichen Neuregelung also massiv profitieren. In Deutschland ist die Diskussion über ein Verbot für Verbrennungsmotoren noch in vollem Gange: Der Bundesrat und Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth fordern ein Verbot ab dem Jahr 2030, weil nur so die Vorgaben des Weltklimavertrags von Paris eingehalten werden könnten. Die Bundesregierung hingegen ist in diesem Punkt noch eher zurückhaltend.

Via: Electrek