Bereits im Februar gab die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA bekannt, dass sie ihr New Aviation Horizons Programm nutzen will, um die legendären X-Planes wiederzubeleben, die ein entscheidender Faktor in der Entwicklung der Luftfahrt in der Nachkriegszeit waren. Nun gab die NASA bekannt, einen sechsmonatigen Vertrag über 2,9 Millionen US-Dollar an das Unternehmen Aurora Flight Sciences vergeben zu haben. Mit den Mitteln soll ein flugfähiger Prototyp des Unterschall-Airliners Aurora D8 entwickelt werden, der bis 2027 die Leistung kommerzieller Airliner massiv verbessern soll.


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Ist die D8 die nächste Boeing 707?

Die Inspiration für die D8 kommt von der berühmten Boeing 707 aus dem Jahr 1958. Der Flieger machte nicht nur eintägige Weltreisen für quasi jedermann verfügbar, sondern verfügte auch über ein Flächendesign, dass die kommerzielle Luftfahrt revolutionierte. Die Boeing 707 war der erste erfolgreiche kommerzielle Airliner und setzte mit den Flügeltanks und unter den Flächen aufgehängten Triebwerken Standards, die sich heute noch in der Luftfahrt wiederfinden. Jeder aktuelle, moderne Airliner blickt quasi auf die Boeing 707 als Vorfahre zurück.


Laut den Entwicklern der D8 haben moderne Airliner nach dem Vorbild der Boeing 707 jedoch die Grenzen des Ertragsgesetzes erreicht. Verbesserungen finden nur noch in kleinen Schritten statt, so steigt etwa die Treibstoffeffizienz um etwa 1,5 Prozent pro Jahr.

Die Aurora D8 ist daher der Versuch, mit der Ahnenlinie der Boeing 707 zu brechen und ein Konzeptflugzeug zu entwickeln, dass neue Standards für Unter- und Überschallreisen setzen soll.

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Doppelhüllenrumpf sorgt selber für Auftrieb

Die D8 macht in Sachen Flugzeugdesign einen Schritt nach vorne, indem sie einen Schritt zurück macht. Das mag seltsam klingen, aber das Doppelhüllen-Design der D8 wurde bereits in der Boeing 377 Stratocruiser aus den 1940er Jahren verwendet. Die Entwickler der D8 passten das Design an. Das Resultat ist ein deutlich großzügiger Innernraum als das Referenzmodell Boeing 737-800 und ein Rumpf, der durch sein Profil zusätzlichen Auftrieb generiert.

Außerdem werden moderne, leichte Baumaterialien verwendet und die Entwickler entschieden sich, die zwei hocheffizienten Triebwerke in das hintere Ende des Rumpfes zu integrieren, wo die Schubeffizienz höher ist als an der klassischen Positionierung unter den Flächen. Da der Rumpf selber Auftrieb produziert, können kleinere Tragflächen verwendet und so weiter Gewicht eingespart werden.

Bis zu 71 Prozent weniger Treibstoffverbrauch

Laut Aurora ist die D8 für eine Reisegeschwindigkeit von 936 km/h ausgelegt und kann 180 Passagiere 5.500 km weit tragen. Die D8 beeindruckt jedoch vor allem beim Treibstoffverbrauch: Dieser kann nach Aussage der Entwickler im Vergleich zur Boeing 737-800 um bis zu 71 Prozent gesenkt werden.

Der Prototyp, der im Rahmen des NASA-Vertrags entstehen soll, wird einen Maßstab von 1:1 haben und innerhalb der nächsten drei Jahre fertiggestellt werden. Aurora rechnet damit, dass die D8 2027 erste kommerzielle Flüge absolvieren kann.

Aber die D8 ist nicht nur ein weiterer, wenn auch moderner kommerzieller Airliner. Als Teil des X-Plane-Programms der NASA ist es durchaus möglich, dass mit ihr ein neues Referenzmodell für die Luftfahrt entsteht.

via NewAtlas

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