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»Ich möchte beobachtet werden«: Follower in die Offline-Welt!

Die Künstlerin Lauren McCarthy stellte sich eines Tages die Frage, wie es wäre, wenn wenn es die Follower der digitalen Welt im echten Leben gäbe. Sie entwickelte eine App, die es ermöglicht, einem anderen Menschen per GPS durch den Alltag zu folgen, ohne dass zwischen Gefolgtem und Folgendem ein direkter Kontakt zustande kommt.

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An einem Leben teilnehmen, ohne selbst darin vorzukommen

Morgens am Küchentisch zu sitzen, Kaffee zu trinken und die Ahnung zu haben, dass jemand von außen durch das Fenster blickt und dich beobachtet: Ist das erstrebenswert? Lauren McCarthy würde gern die Erlaubnis dazu abgeben, dass jemand ihr im Alltag auf Schritt und Tritt folgt, ihr nicht nur beim Kaffeetrinken zusieht, sondern auch auf dem Weg zur Arbeit, beim Gang durch die Stadt oder während der Ausübung ihrer Hobbys. Sie möchte keine weitere menschliche Beziehung in ihrem Leben, die Zeit und Aufmerksamkeit fordert, sondern nur einen reinen Follower, der wie in einem sozialen Netzwerk ihr Leben von außen beobachtet, ohne selbst darin vorzukommen. Die von ihr entwickelte App ermöglicht ein ständiges Folgen und Gefolgtwerden, indem sich die Smartphones von jeweils zwei Personen per GPS verbinden. Allerdings ist das Projekt aktuell auf New York City begrenzt und endet stets nach einem Tag.

Lauren McCarthy erklärt ihre Idee im Video

Am Ende bleibt ein Foto des Verfolgten

Werde ich bewusster leben, wenn ich die Ahnung habe, dass jemand ein wachsames Auge auf mich hat? Werde ich Dinge tun, die ich sonst nicht machen würde, nur um Aufmerksamkeit zu erregen? Könnte es passieren, dass mir etwas mulmig bei diesem Experiment wird? Diese und viele andere Fragen kommen bei dem Gedanken an das Follower-Projekt auf. Natürlich gibt es auch feste Spielregeln, die die Aktion in Grenzen halten sollen: Wer beschattet werden will, registriert sich online und wird nach genauer Prüfung durch McCarthy freigeschaltet. Die Künstlerin betätigt sich aktuell als einzige Verfolgerin. Follower dürfen niemals in körperlichen Kontakt mit der verfolgten Person treten oder in deren Leben eingreifen, sie verpflichten sich, Distanz zu wahren. Sie sind allerdings dazu aufgefordert, ein Foto zu schießen und dieses zum Ende des Tages ihrem Verfolgten zuzusenden.

Ob dieses Experiment Schule macht? Online funktioniert es sehr wohl, doch offline öffnen sich ganz andere Welten.

Quelle: creativeapplications.net

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