Zuletzt hatte Panama international eher mit Negativschlagzeilen zu kämpfen. Die sogenannten Panama Papers enthüllten, dass über eine Anwaltskanzlei in dem mittelamerikanischen Staat Steuerhinterziehung im großen Maßstab organisiert wurde. Da trifft es sich gut, dass nun eines der größten Infrastrukturprojekte des Landes vor der Vollendung steht und für besser Presse sorgt. Nach rund neun Jahren Bauzeit ist der Ausbau des Panama-Kanals abgeschlossen. Dieser besitzt jetzt nicht nur eine dritte Fahrspur, sondern wurde auch verbreitert, so dass er nun von deutlich größeren Schiffen als früher befahren werden kann. Die Regierung von Panama erhofft sich dadurch eine Verdreifachung der jährlichen Transitgebühren – diese lagen zuletzt bei rund einer Milliarde Dollar pro Jahr.


Der Beginn des Panama-Kanals auf der Pazifikseite. Bild: By Camilo Molina derivative work: MrPanyGoff [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons
Der Beginn des Panama-Kanals auf der Pazifikseite. Bild: By Camilo Molina derivative work: MrPanyGoff [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

Schiffe der neuen Neopanamax-Klasse können den Kanal durchqueren

Ganz problemlos verlief der Ausbau allerdings nicht. Ursprünglich sollte das Projekt bereits vor rund zwei Jahren fertiggestellt werden. Letztlich dauerte der Ausbau dann aber nicht nur länger als geplant, sondern wurde auch teurer – mit geschätzten Kosten von letztlich etwa 5,5 Milliarden Dollar. Das alles konnte die Feierlichkeiten am vergangenen Wochenende aber nicht stören. Seitdem können auch Schiffe der neuen sogenannten Neopanamax-Klasse den Kanal passieren. Deren maximal Ausmaße: 366 Meter Länge, 49 Meter Breite und 15,2 Meter Tiefgang. Damit kann ein Schiff mit einer Fahrt theoretisch dreimal so viel Ladung durch den Panama-Kanal befördern wie vor dem Ausbau – was die Kosten pro Container sinken ließe.

Flüssiges Erdgas gelangt jetzt kostengünstiger nach Japan

Der Ausbau ist allerdings auch aus strategischer Sicht von Interesse. Denn dadurch kann flüssiges Erdgas, das an den Häfen der Ostküste abgefüllt wird, vergleichsweise kostengünstig nach Asien transportiert werden – etwa nach Japan. Bisher waren die dabei eingesetzten Spezialschiffe zu groß, um durch den Kanal zu fahren und hätten den deutlich weiteren Weg rund um Südamerika nehmen müssen. Durch den Ausbau gehört diese Problematik nun allerdings der Vergangenheit an. Schon aktuell durchläuft dabei etwa fünf Prozent des weltweiten Seehandels den Panama-Kanal – ein Wert, der zukünftig sogar noch steigen könnte. „Die Eröffnung des erweiterten Panama-Kanals eröffnet ganz neue Möglichkeiten für den Welthandel“, zeigte sich Panamas Präsident jedenfalls euphorisch.


Via: DigitalJournal

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