Die Energiewende macht in Deutschland große Fortschritte. Rund ein Drittel der Stromversorgung stammt inzwischen aus Erneuerbaren Energien – mit deutlich steigender Tendenz. Bei der sogenannten Wärmewende – also vor allem bei Heizungsanlagen – sieht dies noch ein bisschen anders aus. Hier liegt der Anteil von Öl- und Gasheizungen noch bei über neunzig Prozent. Selbst bei Neubauten setzt noch jeder zweite Bauherr auf die Heizkraft fossiler Brennstoffe. Die Avia-Gruppe, ein Verband verschiedener Mineralölunternehmen, hat naturgemäß eigentlich kein Interesse daran, dass sich die Wärmewende erheblich beschleunigt. Zumindest haben die Unternehmen nun aber einen interessanten Ansatz für den Klimaschutz entwickelt: Sie versprechen ihren Kunden, die CO2-Emissionen des verkauften Heizöls durch den Kauf von Klimazertifikaten auszugleichen.


Bild: Avia

Für ein Einfamilienhaus übernimmt Avia Ausgleichszahlungen von rund 30 Euro

Diese Möglichkeit bieten auch einige andere Anbieter an – allerdings nur gegen einen entsprechenden Aufpreis. Ähnlich wie bei den Fernbusunternehmen, die ebenfalls eine solche Option bieten, nutzen daher nur wenige Kunden diese Möglichkeit. Avia hingegen will die Kunden gar nicht erst fragen und kauft automatisch die benötigten Zertifikate. Den Angaben des Unternehmens zufolge sollen die dabei entstehenden Kosten nicht auf die Kunden umgelegt werden. Ein Rechenbeispiel zeigt, wie teuer der Klimaausgleich für Avia ist: Ein normales Einfamilienhaus verbraucht im Winter rund 1.200 Liter Heizöl, was den Besitzer aktuell etwa 1.300 Euro kostet. Um die CO2-Emissionen auszugleichen, müssen dann noch einmal Zertifikate im Wert von circa dreißig Euro erworben werden.

Projekte in Deutschland, der Türkei und Uganda werden unterstützt

Avia hat zudem bereits die Projekte veröffentlicht, die gefördert werden sollen. Dabei handelt es sich um ganz unterschiedliche Ansätze. So soll im Ruhrgebiet aus altem Grubengas Energie erzeugt werden. Aber auch der Bau eines Wasserkraftwerks im Himalaya und eines Windparks in der Türkei wird unterstützt. Zudem sollen effiziente Kochherde die Abholzung von Wäldern in Uganda vermindern. Unabhängige Gutachter – darunter der TÜV – werden zudem jedes Jahr untersuchen, wie viele Emissionen tatsächlich durch die Ausgleichszahlungen eingespart werden konnten. Neben den reinen Emissionseinsparungen sollen durch die Projekte zudem lokale Arbeitsplätze geschaffen und der Lebensstandard der Menschen vor Ort erhöht werden. So lobenswert der Ansatz von Avia allerdings auch ist. Der beste Klimaschutz sind immer noch Heizungen, die gar nicht erst auf fossile Energieträger angewiesen sind.


Via: Avia

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