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Aussortierte Tomaten können als biologische Energiequelle dienen

Wie bei den meisten Früchten und Gemüsearten werden auch bei der Tomatenernte die meisten Exemplare bereits aussortiert, bevor sie überhaupt in den Handel gelangen. Dies kann passieren, weil die Tomate Schäden aufweist oder schlicht nicht die richtige Form besitzt. Die dabei anfallenden Mengen sind durchaus beträchtlich. Alleine in Florida kommen so jährlich 396.000 Tonnen an Tomatenabfall zusammen. US-Forscher haben nun allerdings eine interessante Möglichkeit gefunden, diese verschmähten Tomaten doch noch einer sinnvollen Nutzung zuzuführen: Sie haben herausgefunden, dass sich damit Strom produzieren lässt. Der Prozess bringt dabei nicht nur saubere Energie hervor, sondern verhindert auch, dass beim verrotten der Tomaten das klimaschädliche Gas Methan entsteht.

396.000 Tonnen Tomaten generieren Strom für neunzig Tage Disney Land

Der Trick besteht dabei darin, die Tomaten mit ausgewählten Bakterien in Kontakt zubringen. Diese zerlegen die Früchte dann in ihre Einzelteile. Während dieses Prozesses wiederum entstehen Elektronen, die dann eingefangen und in einer Brennstoffzelle gespeichert werden können. Diese funktioniert dann ähnlich wie eine Batterie und kann die Energie bei Bedarf auch wieder abgeben. Die auf diese Weise zu generierende Menge an Elektrizität ist aber vergleichsweise gering: Aus zehn Milligramm Tomaten können so 0,3 Watt gewonnen werden. Verständlicher wird diese Zahl anhand eines konkreten Beispiels: Die 396.000 Tonnen Tomatenabfall aus Florida würden ausreichen, um das Disney Land Orlando neunzig Tage mit Strom zu versorgen.

Weitere Forschungsschritte sollen die Effizienz erhöhen

Die Forscher hoffen allerdings, zukünftig die Effizienz dieser Methode noch steigern zu können und so einen größeren Output zu erhalten. Dabei helfen soll auch der Austausch mit anderen Wissenschaftlern, weshalb die Ergebnisse im Detail erstmals auf der Jahreskonferenz der American Chemical Society ACS präsentiert werden sollen. „Unsere Forschungsaufgabe momentan ist es, die grundlegenden Transfermechanismen der Elektronen und die Interaktion zwischen den Tomatenabfällen und den Mikroben zu untersuchen“, erläutert Venkataramana Gadhamshetty die als nächstes geplanten Forschungsschritte. Bis also aussortierte Tomaten tatsächlich einen Vergnügungspark mit Strom versorgen, könnte noch einiges an Zeit vergehen.

Via: Popsci

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