Australien produziert ausreichend Ökostrom für 70 Prozent der Haushalte

Aus wirtschaftlicher Sicht gehört Australien eher zu den Verlierern der weltweiten Energiewende. Denn weil China und Indien weniger neue Kohlekraftwerke als geplant bauen, können die australischen Minen auch weniger Kohle exportieren. Doch auch in Australien selbst geraten fossile Energieträger immer stärker in den Hintergrund. Stattdessen wird der Ausbau der Erneuerbaren Energien forciert. Die nachhaltige Stromversorgung kann aktuell bereits rein rechnerisch siebzig Prozent der Haushalte abdecken. Nach Fertigstellung der in den beiden vergangenen Jahren begonnen Projekte, soll dieser Wert sogar auf neunzig Prozent steigen. Insgesamt trägt Ökostrom aber erst 18,8 Prozent zum nationalen Energiemix bei – es besteht also noch Potential für einen weiteren Ausbau der nachhaltigen Stromproduktion.

Solche Großanlagen existieren in Australien noch vergleichsweise selten. Copyright: AGL Energy

Solarkraftwerke bieten noch enormes Ausbaupotential

Interessant ist zudem, dass im sonnenreichen Australien die Solarenergie nur eine untergeordnete Rolle spielt. Stattdessen stammt vierzig Prozent des Ökostroms aus Wasserkraft und 31 Prozent aus Windenergie. Solarmodule auf Hausdächern kommen mit achtzehn Prozent erst an dritter Stelle. Große Solarparks, wie sie sich in der australischen Wüste eigentlich anbieten würden, sind sogar nur für zwei Prozent des produzierten sauberen Stroms verantwortlich. Dies wird sich zukünftig aber ändern. Denn es befinden sich aktuell gleich mehrere große Solarkraftwerke im Bau. Bereits im nächsten Jahr wird Australien zudem das selbst gesteckte Ziel von zwanzig Prozent Erneuerbare Energien im nationalen Energiemix erreichen. Vor zehn Jahren noch lag dieser Wert lediglich bei sieben Prozent.

Auch Stromnetze und Energiespeicher werden benötigt

Um den Anteil weiter signifikant zu erhöhen, muss aber nicht nur mehr Ökostrom produziert werden. Vielmehr muss dieser auch zur Verfügung stehen, wenn er benötigt wird. Australien investiert daher sehr stark in neue Stromleitungen und Speicherlösungen. Dabei ist auch Tesla mit von der Partie. Als der Bundesstaat South Australia immer wieder von Stromausfällen geplagt wurde, versprach Tesla-Boss Elon Musk diese Probleme innerhalb von einhundert Tagen durch den Bau von Energiespeichern zu lösen. Andernfalls würde Tesla auf eine Rechnung für die geleisteten Arbeiten verzichten. Aber auch andere Firmen aus dem Bereich der nachhaltigen Energieversorgung erhoffen sich zukünftig gute Geschäfte auf dem australischen Markt.

Via: Treehugger