Der Aachener Sonnenwagen ist bereit für das härteste Solarautorennen der Welt. Am Donnerstag haben Studenten der RWTH Aachen und der FH Aachen den von Huawei und auch Porsche unterstützen Sonnenwagen der Öffentlichkeit präsentiert. Im Oktober geht es dann in Australien an den Start. Über 3.000 Kilometer beträgt die zu bewältigende Strecke, quer durch das australische Outback.


Der Sonnenwagen entstand in einer Aachener WG

Die World Solar Challenge gilt aus Aushängeschild für technische Entwicklungen im Bereich der Fortbewegungsmöglichkeiten einzig und allein mit der Kraft der Sonne. Das Rennen ist in verschiedene Klassen eingeteilt. In der „Challenger-Rennklasse“ ist lediglich ein Team aus Deutschland vertreten, und zwar das Sonnenwagen-Team. Vor zwei Jahren begannen die Studenten und auch Freunde zusammen mit der Entwicklung des Solarwagens. Nun ist das Fahrzeug nahezu in Rekordzeit fertig und abfahrbereit. „Das ist wie wenn man ein Flugzeug zusammenbauen soll, während man schon von der Klippe gesprungen ist:“ beschrieb Hendrik Löbberding, Mitgründer und 1. Vorsitzender von Sonnenwagen Aachen e.V, die Herausforderung im Hinblick auf die Entwicklungen und den recht eng gestrickten Zeitplan.


Sonnenwagen Probefahrt im ewerk Berlin. Bild: Eckart Egger

Saubere Mobilität

Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks befürwortet das Projekt: „Der Sonnenwagen ist ein gelungenes Beispiel für Mobilität mit sauberer Energie“, sagte sie bei der Präsentation im ewerk Berlin am Donnerstag. „Die Studierenden der RHTW Aachen zeigen mit ihrem beispielhaften Engagement für den ersten deutschen Sonnenwagen bei der World Solar Challenge, welches Potential in dieser Antriebsform steckt. Für Elektroautos und LKW kann Solarstrom zum Beispiel eine zusätzliche Energiequelle sein. Hier stehen wir sicher erst am Anfang unserer Möglichkeiten“, so die Ministerin. Der Cw-Wert des Sonnenwagens liegt bei 0,132.

Sponsoren und Studenten der RWTH Aachen und FH Aachen sowie Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks enthüllen den Sonnenwagen Bild: Eckart Egger

Der Vizepräsident des chinesischen Unternehmens Huawei Technologies, Xue Ming, gab sich ebenfalls zuversichtlich. „Unsere Technik trägt dazu bei, die Fahrstrategie in Echtzeit auf äußere Bedingungen wie Wetterwechsel anzupassen sowie die permanente Kommunikation zwischen Fahrer und Team auch in Gebieten ohne stabile Netzinfrastruktur zu ermöglichen.“

Datenblatt

Huawei und Porsche als Sponsoren

Huawei ist Hauptsponsor des Projekts. „Ohne die Sponsoren wäre eine Entwicklung in dieser kurzen Zeit nicht möglich gewesen. Zunächst mag das etwas merkwürdig klingen. Ein chinesischer Technologie-Riese als Sponsor für den Sonnenwagen. Allerdings passt das Ganze ziemlich gut. Huawei ist nicht nur Sponsor, sondern bietet uns auch Know-how, auf das wir gern zurückgegriffen haben und auch in Zukunft noch beanspruchen werden. Auch Porsche greift uns nun unter die Arme“, erklärt ein Entwickler.

Der Sonnenwagen im Video

Das Ziel derartiger Projekte ist zum einen zu zeigen und auch zu testen, was im Bereich der nachhaltigen Mobilität möglich ist. Die Entwickler gehen bei der Materialverarbeitung an die Grenzen. Zum anderen können wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden, die durchaus auch bei der Entwicklung von herkömmlichen Elektroautos Verwendung finden dürften.

Eigens entwickelter E-Motor und Spezialreifen

Der Sonnenwagen sieht futuristisch und schnittig aus. Besonders beeindruckend ist die gelungene Integration der flachen Solarmodule in die Karosserie. Auch der im Inneren werkelnde Elektromotor ist eine Spezialanfertigung und wurde von den Studenten gefertigt. Zudem ist der Sonnenwagen mit speziellen Solarauto-Reifen bestückt. Die 15 Zoll großen Reifen bestehen aus einer etwas weicheren Gummimischung und laufen flach aus. Sie sind daher besonders reibungsarm, was ebenfalls Energie einspart.

Der Sonnenwagen ist durchaus ein gelungenes Gefährt, das sich in Australien beweisen wird. Erste Eindrücke zum Solarrennwagen haben wir bereits über unsere Facebook-Seite vermittelt. Das Team startet mit einer voll geladenen Batterie. Während der Strecke darf diese nur noch über die Solarmodule gespeist werden. Das Gewicht der Batterie darf maximal 20 Kilogramm betragen.

Zukunftsaussichten

Mit dem Sion Solarauto von Sono Motors wird zeitnah ein Elektroauto angeboten, das bereits für 16.000 Euro erworben werden kann. Mit der Hilfe integrierter Solarmodule, können bis zu 30 Kilometer pro Tag allein mit der Kraft der Sonnen zurückgelegt werden. Sion zeigt recht gut, wie im Fahrzeug integrierte Solarzellen auch Alltagselektroautos beflügeln können. Um ein Auto jedoch gänzlich nur mit der Kraft der Sonnen fahren lassen zu können, ist zum einen der Wirkungsgrad noch zu gering und zum anderen scheint dafür in unseren Breitengraden zu wenig die Sonne. Die autarken Elektroautos der Zukunft werden wohl daher einen Mix aus Energiequellen für sich beanspruchen müssen.

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.