Etwas gewöhnungsbedürftig sieht es schon aus: Lastwagen, die wie eine Straßenbahn mit einer Oberleitung verbunden sind und von dort Strom für den Elektromotor erhalten. Doch in Schweden wurde der erste eHighway bereits vor rund einem Jahr eröffnet. Nun zieht Deutschland nach: In Hessen wird die erste elektrifizierte Autobahn Deutschlands gebaut. Die fünf wichtigsten Fakten zu dem Projekt:


1. Wo wird die Oberleitung zu finden sein?

In Hessen auf der Autobahn 5 zwischen den Anschlussstellen Langen/Mörfelden und Weiterstadt. Insgesamt wird eine Strecke von rund fünf Kilometern auf beiden Fahrseiten mit einer Oberleitung versehen. Es ist das erste Mal, dass eine solche Teststrecke auf einer öffentlichen Straße in Deutschland eingerichtet wird. Geplant ist zunächst ein mehrjähriger Feldversuch. Verläuft dieser erfolgreich, muss anschließend über ein dauerhaftes Modell nachgedacht werden.


© Hessen Mobil

2. Wie funktioniert die besondere Ladetechnik für LKWs?

Genutzt werden kann die Oberleitung von Hybrid-LKWs. Diese besitzen neben dem Elektromotor auch noch einen Dieselantrieb. Dabei gilt logischerweise: Je länger mit dem Elektroantrieb gefahren werden kann, desto besser für Klima und Umwelt. Hier kommt die Oberleitung ins Spiel. Diese ermöglicht nämlich nicht nur für fünf Kilometer eine emissionsfreie Fahrt, sondern lädt gleichzeitig auch noch die Batterie auf. Nach dem Ende der Ausbaustrecke kann zunächst also weiterhin im Strombetrieb gefahren werden.

3. Wer wird die Oberleitung nutzen?

Verschiedene Logistikunternehmen aus der Region haben zugesagt, an dem Feldversuch teilnehmen zu wollen. Die Besonderheit: Es werden keine reinen Testfahrten stattfinden. Vielmehr soll die Strecke in die normalen Routen der LKWs integriert werden. So kann geschaut werden, ob die Technik im Alltag der Fuhrunternehmen tatsächlich sinnvoll genutzt werden kann.

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Zuletzt aktualisiert am 23.01.2018

4. Wann ist mit der Fertigstellung zu rechnen?

Die Bauarbeiten werden bereits in der nächsten Woche beginnen. Federführend verantwortlich ist der Siemens-Konzern, der bei der Oberleitungstechnik seit einiger Zeit mit dem Lastwagenbauer Scania kooperiert. Wie lange die Installation dauern wird, steht noch nicht fest. Ursprünglich war mal eine Fertigstellung bis Ende des Jahres angedacht. Allerdings ist der Beginn des großen Feldversuchs ohnehin erst für das Jahr 2019 geplant.

5. Wer bezahlt den Feldversuch?

Im Wesentlichen das Land Hessen und das Bundesumweltministerium. In der offiziellen Mitteilung zum Beginn der Bauarbeiten wurden aber keine detaillierten Angaben zu den Kosten gemacht. Hessen hat sich zum Ziel gesetzt, die Emissionen im Verkehrswesen massiv zu senken – und scheint dabei auch auf Oberleitungen für Lastwagen zu setzen.

Via: Hessen

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