Der Wohlstand in Baden-Württemberg hängt zu einem nicht unerheblichen Teil von der dort ansässigen Autoindustrie ab. So befinden sich in dem Bundesland beispielsweise die Zentralen von Mercedes und Porsche. Aber auch bedeutende Zulieferer kommen aus dem Südwesten der Bundesrepublik – beispielsweise Bosch. Schätzungen gehen daher davon aus, dass in Baden-Württemberg rund 200.000 Menschen bei Automobilherstellern und Zulieferern beschäftigt sind. Doch viele Experten sind sich sicher, dass das Auto mit Verbrennungsmotor keine Zukunft mehr hat. Denn die Benzin- oder Dieselmotoren verursachen nicht nur erhebliche Klimaemissionen, sondern tragen auch zur Luftverschmutzung bei. Baden-Württembergs Hauptstadt Stuttgart ist davon ganz besonders betroffen und erreicht regelmäßig bereits im Januar die von der Europäischen Union vorgegebenen Grenzwerte für die Feinstaubbelastung.

Zukünftig in Baden-Württemberg auch auf dem Land öfter zu sehen: Ein öffentlicher Ladepunkt für Elektroautos. Bild: Electric car charging station, PROHåkan Dahlström, Flickr, CC BY-SA 2.0

Die deutschen Kunden kaufen Elektroautos bisher nur selten

Die Lösung könnte in Fahrzeugen mit Elektroantrieb liegen. Doch die deutschen Verbraucher sind der neuen Technologie gegenüber noch eher skeptisch. Gerade erst musste die Bundeskanzlerin einräumen, dass das Ziel von einer Millionen Elektroautos bis zum Jahr 2020 in Deutschland nicht eingehalten werden kann – trotz einer staatlichen Kaufprämie von 4.000 Euro. Ein Grund dafür: Die mangelnde Infrastruktur. Denn während selbst auf dem Land die nächste Tankstelle stets nicht weit ist, kann die nächste Ladestation für das Elektroauto schon einmal ein ganzes Stück entfernt sein. Zumal der Ladevorgang selbst auch mehr Zeit in Anspruch nimmt. Selbst Schnellladestationen benötigen rund eine halbe Stunde.

Auch die Bundesregierung will 15.000 neue Ladestationen bauen

Die Regierung in Baden-Württemberg will nun aber massiv in die Voraussetzungen für Elektrofahrzeuge investieren und hat daher eine „Landesinitiative Elektromobilität“ beschlossen. Ein Ziel des Plans: Zukünftig soll von jedem Ort in Baden-Württemberg aus die jeweils nächste Ladestation für das Elektroauto nicht weiter als zehn Kilometer entfernt sein. Dazu beitragen könnte allerdings auch die Bundesregierung: Deutschlandweit sollen bis 2019 insgesamt 15.000 neue Ladepunkte entstehen. In Baden-Württemberg wird zudem die Forschung im Bereich der Elektromobilität mit dem Geld der Landesinitiative gefördert. Unterstützt werden aber nicht nur die Autohersteller und ihre Zulieferer. Vielmehr sollen auch die Universitäten des Landes eine wichtige Rolle spielen. Insgesamt stehen zunächst 43,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Via: Ecomento.tv

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1 Kommentar

  1. Achim Schulz

    27. Juni 2017 at 21:38

    Bitte bringt die Ladestationen in die Parkhäuser. Elektroautos laden, während sie parken. Für Fernreisen mögen Schnellader an den Autobahnen und Landstraßen sinnvoll sein, für den größten Teil des Tagesbedarfs wäre es aber von Vorteil, wenn am Zielort geladen werden könnte, was durchaus mehrere Stunden dauern darf. Wallboxen in den Parkhäusern können die Attraktivität der E-Mobilität steigern – zumal die Abrechnung der „getankten“ Energie über das Parkticket erfolgen könnte – ganz ohne Ladekarten oder irgendwelche Apps. Einfacher und praxisgerechter gehts wohl kaum.

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